Audi „Ai Me“: Zukunftsmobil für Megacities

Neue Studie ist noch weit von der Serie entfernt

| Autor: sp-x

Premiere in Shanghai: die Audi-Studie „Ai Me“.
Premiere in Shanghai: die Audi-Studie „Ai Me“. (Bild: Audi)

Ein Hemd fürs Büro, die Jeans in der Freizeit oder der Smoking für die Oper – die meisten haben für jeden Anlass das Passende zum Anziehen im Kleiderschrank. Ganz anders sieht es in der Garage aus: Der Wagen, der dort parkt, muss Familientransporter und City-Mobil, Spaßflitzer und Reisekutsche zugleich sein. Nur die wenigsten haben genug Kleingeld auf dem Konto, um sich einen individuellen Fuhrpark zusammen zu stellen. Das, so Audi, könnte sich demnächst ändern. Zwar werden die Ingolstädter nicht für schlagartig steigende Gehälter sorgen. Doch sie arbeiten an einem maßgeschneiderten Angebot an Fahrzeugen, die man nicht mehr kaufen muss, sondern bedarfsgerecht mieten kann.

Freilich: Auch heute schon stehen bei den Autovermietungen große Flotten aller Fahrzeugklassen und -gattungen am Hof. Für eine flexible On-Demand-Lösung ist das Mietprozedere aber zu unpraktisch. Die Audi-Vision dagegen sieht eine App vor, über die der Kunde sein Wunsch-Fahrzeug auswählt, das dann zur benötigten Zeit am vereinbarten Ort auf ihn wartet.

Und zwar so, wie es vorkonfiguriert wurde: Die Musikbibliothek hat schon die Lieblingslieder geladen, die Klimaanlage sorgt für die Wohlfühltemperatur und der Kindersitz für den Nachwuchs ist auf Wunsch auch an Bord. Die Rückgabe, so Audi, soll ähnlich unkompliziert sein. Eine entsprechende Smartphone-App zu programmieren, dürfte an Audis Vorhaben der leichteste Schritt sein, die Logistik dahinter stellt eine weit größere Herausforderung dar.

Vor allem aber arbeiten die Ingolstädter Zukunftsmacher in ihrer Phantasiewelt nicht mit A4, Q5 oder TT – sondern mit einem völlig neuen Fahrzeugportfolio, das noch viel schärfer als heute auf spezielle Einsatzgebiete zugeschnitten ist. Wie ein Langstrecken-Reisemobil aussehen könnte, hat Audi mit der Studie Aicon auf der IAA 2017 gezeigt, und der im vergangenen Jahr im kalifornischen Pebble Beach präsentierte PB18 führte vor, wie ein Auto für Wochenendausflüge auf die Rennstrecke aussehen könnte. Auf der Messe in Shanghai folgt dieser Tage mit dem „Ai Me“ die dritte Fingerübung: Ein kompakter Stadtflitzer für die Megacities dieser Welt.

Die Serie muss warten

Die Idee dahinter ist simpel: Dank 125-kW/170 PS-Elektroantrieb entfallen Verbrenner und Getriebe und erlauben eine deutlich bessere Raumausnutzung. Trotz nur 4,30 Meter Länge konnte das Designer-Team rund um Marc Lichte einen Innenraum auf Mittelklasse-Niveau realisieren. Zusätzlicher Platz wurde durch die Seitenscheiben geschaffen: Die weit nach unten gezogenen Fenster sind nach außen gewölbt und sorgen im Schulter- beziehungsweise Armbereich für deutlich mehr Bewegungsfreiheit.

Das sieht futuristisch aus, ist aber wohl kein allzu großes Hexenwerk mehr und könnte bald so gebaut werden – theoretisch. Realistisch betrachtet ist der stark keilförmige „Ai Me“ allerdings kein Ausblick auf einen bald erhältlichen Audi. Die Rede ist von zehn bis fünfzehn Jahren, ehe ein so oder ähnlich geartetes Serienmodell auf die Straße kommen könnte.

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