Aixam Mini-Cars: Zwei-Zylinder machen Rollern Konkurrenz

Unter 20-Jährige holen Senioren ein

| Autor: ampnet

Sportlicher Doppelauspuff beim Aixam City Sport.
Sportlicher Doppelauspuff beim Aixam City Sport. (Bild: ampnet)

Der größte Vorteil der Mini-Autos des französischen Herstellers Aixam: Bereits mit 16 Jahren dürfen sich Jugendliche im Besitz eines Rollerführerscheins hinters Lenkrad setzen. Größter Nachteil: Wegen der relativ geringen Nachfrage erreichen die kleinen Pkw Preise, für die es ebenso einen ausgewachsenen Kleinwagen gibt. Rund 1.200 Einheiten umfasst der Nischenmarkt, den sich Aixam – Teil des amerikanischen Polaris-Konzerns – hierzulande mit dem etwas bekannteren Wettbewerber Ligier teilt.

Unter der kompakten Plastikmotorhaube der Mini-Cars nagelt ein kleiner Zwei-Zylinder-Diesel des Baumaschinenherstellers Kubota mit immerhin 8 PS / 6 kW, der exklusiv an die Bedürfnisse von Aixam angepasst wurde. Nach dem ersten Schreck hat sich der Fahrer schnell an die ungewöhnliche Geräuschkulisse des 479-Kubik-Motors gewöhnt.

Das kleine Pumpe-Düse-Aggregat läuft kurz nach dem Start auch schon ein wenig leiser und ruhiger. 79 Dezibel werden für das Stand-, 72 Dezibel für das Fahrgeräusch angegeben. Angesichts von 425 Kilogramm Leergewicht reicht der Zwei-Zylinder für gemächliches Vorankommen. Nur beim Auffahren auf eine Landstraße ist wegen der geringen Beschleunigung etwas Weitsicht gefragt und an Steigungen ein wenig mehr Geduld.

Die bessere, aber auch deutlich teurere Wahl ist da der Elektromotor, der ebenfalls für einige Modelle angeboten wird. Er verteuert die Leichtkraftautos jedoch um 3.100 Euro, so dass der klassische Diesel nach wie vor seine Berechtigung hat.

„Kein Führerschein- sondern ein Autoproblem“

Doch die Fahrleistungen der Leichtfahrzeuge spielen für die Kunden in aller Regel keine allzu große Rolle – ihre Anschaffung ist auch keine Notlösung (dafür kosten die kleinen Autos zu viel). Und es geht außerdem weniger um Rentner, die nur eine alte Mopedfahrerlaubnis besitzen. „Das ist kein Führerschein-, sondern ein Autoproblem“, erklärt Dieter Hander, dessen Firma Leichtmobile in Kenzingen den Aixam-Vertrieb in Deutschland sicherstellt.

Da sind zum einen Senioren, denen selbst der übliche Kleinwagen zu groß geworden ist und die ohnehin nur einige hundert Meter bis ein paar Kilometer zum Einkaufen, zum Friseur oder zum Arzt fahren wollen. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen bietet Aixam zudem Extras wie ein nach links verlegtes Gaspedal, einen abnehmbaren Lenkradknauf oder Handbedienung von Gas und Bremse an. Dazu kommen als Klientel Wohnmobilbesitzer, die am Urlaubsort mobil bleiben wollen, und Familien, die ein kleines Zweit- oder Drittfahrzeug für die Kurzstrecke haben möchten, das nicht viel Unterhalt kostet.

Und da ist tatsächlich die Gruppe Jugendlicher, die lieber ein Dach über dem Kopf haben möchten, als auf dem Roller oder Kleinkraftrad Wind und Wetter ausgesetzt zu sein – oder deren Eltern, die das motorisierte Zweirad per se für zu gefährlich halten. So hat Dieter Hander in den vergangenen sechs Jahren einen deutlichen Anstieg der Altersgruppe bis 20 Jahre festgestellt. Sie macht mittlerweile 40 Prozent der Kundschaft aus und hat damit sogar knapp die Gruppe der über 60 Jahre alten Aixam-Fahrer überholt.

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