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Neuwagenabsatz: Studie zeigt Abhängigkeit von China

| Autor / Redakteur: sp-x/js / Jakob Schreiner

Das CAM hat die Relevanz verschiedener Automärkte für die großen Autohersteller analysiert. Wenig verwunderlich ist China für viele der Primus. Zusätzlich liefert das Institut einige interessanten Zahlen zum automobilen Weltmarkt.

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40 Prozent der 10,5 Millionen produzierten Fahrzeuge verkaufte VW 2017 in China.
40 Prozent der 10,5 Millionen produzierten Fahrzeuge verkaufte VW 2017 in China.
(Bild: Volkswagen)

Die deutschen Autohersteller verkaufen immer mehr Fahrzeuge im Wachstumsmarkt China. Der VW-Konzern beispielsweise hat seine Absätze dort seit 2011 um 85 Prozent gesteigert, Daimler um mehr als 150 Prozent, wie aus einer Analyse des Center of Automotive Management (CAM) der FH Bergisch Gladbach hervorgeht. Ein Risiko sehen die Studienmacher in der dadurch starken Abhängigkeit vom Absatzniveau des Marktes.

Denn die Autohersteller verkaufen bereits einen Großteil ihrer Produktion im größten Automarkt der Welt: Der Volkswagen-Konzern setzt dort 40 Prozent seiner Pkw ab, bei VW-Tochter Audi sind es 32 Prozent, BMW und Daimler kommen auf 24 beziehungsweise 21 Prozent. Auch nicht-deutsche Hersteller setzen auf den chinesischen Markt: General Motors verkauft dort 42 Prozent, Honda und Nissan 28 bzw. 26 Prozent ihrer Fahrzeuge. Tesla setzt immerhin noch 12 Prozent seiner Stromer nach China ab.

Durch ihre starke Präsenz können die Hersteller zwar überdurchschnittlich vom Wachstum profitieren, gehen aber auch hohe Risiken ein, wenn die Marktlage schwieriger wird, heißt es in der Studie. Die deutschen Hersteller sind allerdings nicht allein: Der amerikanische Autobauer GM verkauft 42 Prozent seiner Pkw in China, die japanischen Hersteller Honda und Nissan realisieren 28 beziehungsweise 26 Prozent ihrer Verkäufe dort.

Die Positionierung der global agierenden Hersteller auf den weltweiten Märkten sei in Indikator für den langfristigen Erfolg der Unternehmen. Dem Studienleiter Stefan Bratzel zu folge werden nur solche Hersteller auf lange Sicht erfolgreich sein, „die eine ausgeglichene Marktstruktur aufweisen und schnell auf Veränderungen reagieren können“. Außerdem zeige sich durch die Relevanz der einzelnen Märkte für den Hersteller, wo in der Zukunft Risiken liegen und in der Vergangenheit Chancen verpasst wurden.

Der Automarkt in China boomt seit Jahren, mit 24,17 Millionen neuen Pkw lag das Land 2017 wieder an der Weltspitze. Die USA (17,13 Mio.) und Europa (15,14 Mio.) folgten mit deutlichem Abstand. Der wird beim Gesamtvolumen des japanischen (4,39 Mio.), brasilianische (2,18 Mio.) und russische Markt (1,6 Mio.) nochmals deutlich größer.

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