Neuwagenmarkt: Diesel-Anteil geht weiter zurück

ZDK: Keine Belebung durch Abwrackprämien

| Autor: Andreas Wehner

(Bild: Wehner / kfz-betrieb)

Die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland sind im August gestiegen. 253.700 Einheiten entsprachen einem Plus von 3,5 Prozent, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Montag mitteilte. Dabei ist der Diesel-Anteil angesichts der Diskussion um Fahrverbote deutlich zurückgegangen. Waren im August 2016 noch 45,3 Prozent der neu registrierten Fahrzeuge Selbstzünder, so wies das KBA im August dieses Jahres nur noch einen Anteil von 37,7 Prozent aus.

Dagegen legten die Benziner um 5,8 Prozentpunkte auf 58,4 Prozent zu. Auch elektrifizierte Fahrzeuge profitierten. Der Anteil von reinen Elektroautos und (Plug-in-)Hybridfahrzeugen stieg von 2,3 Prozent im August 2016 auf 3,7 Prozent im vergangenen Monat. Der Anteil von mit Gas betriebenen Fahrzeugen lag im August wie schon ein Jahr zuvor bei 0,2 Prozent.

Im bisherigen Jahresverlauf sank der Absatz von Diesel-Neuwagen um zehn Prozent. „Vorerst dürfte die Zurückhaltung der privaten und gewerblichen Neuwagenkäufer bei Diesel-Fahrzeugen anhalten – zumindest so lange, wie Fahrverbote nicht endgültig vom Tisch sind und das Problem des im Realbetrieb zu hohen Schadstoffausstoßes nachhaltig und glaubhaft gelöst ist“, erwartet Peter Fuß vom Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY).

Laut Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) spielen die Abwrackprämien der Hersteller für den Zuwachs der Neuzulassungen noch keine große Rolle. In einer Online-Blitzumfrage des Verbands gaben 80,4 Prozent der Teilnehmer an, noch keine Belebung des Neuwagengeschäfts durch die Eintauschprämienprogramme zu spüren. An der Befragung hatten über 700 Händler teilgenommen.

Wachstum geht auf das Konto der Importeure

Von Januar bis August 2017 wurden deutschlandweit 2,32 Millionen Pkw neu zugelassen. Das waren 2,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Von dem Plus profitierten allerdings vor allem die Importeure. „Das Wachstum des Pkw-Gesamtmarktes um 66.000 Einheiten in den ersten acht Monaten 2017 beruht alleine auf der Steigerung der Verkäufe der internationalen Hersteller, die um 74.000 Fahrzeuge zulegten“, sagte Reinhard Zirpel, Präsident des Importeursverbands VDIK.

Besonders deutliche Zuwächse verbuchten im bisherigen Jahresverlauf kleine ausländische Fabrikate, allen voran Tesla (+119 %), Alfa Romeo (+67,6 %) und Lexus (+47,5 %). Aber auch Dacia (+26,2 %), Mitsubishi (+24,2 %) und Toyota (+21,9 %) legten deutlich zu.

Den deutlichsten Rückgang weist das KBA für die ersten acht Monate dieses Jahres bei DS aus. Das PSA-Fabrikat verkaufte 21,7 Prozent weniger Autos. Auch Honda (-20,3 %), Jeep (-11,0 %) und Ssangyong (-8,2 %) mussten deutliche Verluste hinnehmen. Im Minus liegt aber auch der marktanteilsstärkste Hersteller: Die Volkswagen-Neuzulassungen gingen von Januar bis August im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,8 Prozent zurück.

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