Neuwagenmarkt nach sechs Monaten erstmals im Plus

Neuzulassungen legen im Februar um 2,7 Prozent zu

| Autor: Andreas Grimm

Die Zahl der Neuzulassungen ist im Februar deutlich gestiegen.
Die Zahl der Neuzulassungen ist im Februar deutlich gestiegen. (Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Der deutsche Neuwagenmarkt ist wieder auf Wachstumskurs. Im Februar kletterten die Neuzulassungen nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 268.867 Neufahrzeuge. Dank des Wachstums im zweiten Monat ist das Minus vom Jahresanfang bereits wieder ausgeglichen. In den ersten neun Wochen des Jahres kamen 534.569 Pkw neu auf Deutschlands Straßen. Das ist ein Plus von 0,6 Prozent.

Wie bereits im Januar zeichnete sich auch im Februar eine leichte Entspannung bei den Diesel-Neuzulassungen ab. Deren Anteil an den Gesamtzulassungen lag bei 32,6 Prozent. Im Vorjahr waren es 32,5 Prozent. Deutlicher fallen die Veränderungen des Benziner-Anteils aus. Dieser sank von 62,9 auf 59,7 Prozent. Profiteure der Verschiebung sind die elektrifizierten Fahrzeuge. Reine Elektroautos wurden 4.637-mal zugelassen (Feb. 2018: 2.546 Einheiten), Hybride kamen 15.147-mal neu auf die Straßen (2018: 8.289 Einheiten).

Mit der Februar-Entwicklung sind die Zulassungszahlen erstmalig seit dem August 2018 wieder gestiegen. Entsprechend positiv äußerte sich der Präsident des Importeursverbands VDIK, Reinhard Zirpel: „Das hohe Neuzulassungsniveau belegt die nach wie vor gute Verfassung des Marktes. Auch die Privatnachfrage zeigt sich trotz leichten Rückgangs weiter als stabiler Faktor im Markt.“

Hinsichtlich der Entwicklung der Privatnachfrage muss man allerdings auch die weiterhin gewährten vielfältigen Kaufprämien der Hersteller und Importeure berücksichtigen, mit denen ältere Dieselfahrzeuge aus dem Verkehr gezogen werden sollen. Die Prämien ziehen die Nachfrage nach oben und verzerren so das Bild. Insgesamt lag der Anteil der Privatkäufer bei 35,3 Prozent.

Trotzdem spricht für eine robuste Autokonjunktur in Deutschland ein steigender Auftragseingang aus dem Inland. Zumindest die im VDA organisierten Fabrikate vermeldeten für den Februar einen Anstieg der Bestellungen durch inländische Kunden um 21 Prozent. Der Februar sei der zweite Monat in Folge mit einem zweistelligen Orderplus gewesen, heißt es in einer VDA-Mitteilung. Aus dem Ausland seien dagegen 8 Prozent weniger Aufträge eingegangen.

Die inländischen Marken entwickelten sich dabei im Februar etwas besser als die Importeure. Während die ausländischen Fabrikate ähnlich viel verkauften wie im Februar 2018, legte der Absatz der inländischen Hersteller um 4 Prozent zu. Allerdings unterscheidet sich die Entwicklung innerhalb dieser Gruppen stark. Während bei den Importeuren etwa Volvo (+27,7 %), Seat (+18,7 %) und Mitsubishi (+17,9 %) deutlich zulegten, mussten einmal mehr Nissan (-42,3 %) und auch Honda (- 38,7 %) kräftige Einbußen hinnehmen. Die deutschen Hersteller waren dagegen bis auf Opel (-8,0 %) und Porsche (- 41,9 %) alle im Plus.

International betrachtet sieht Peter Fuß, Autoanalyst der Wirtschaftsberatung EY, die Autokonjunktur eher verhalten. Beginnend mit dem drohenden ungeordneten Brexit bis hin zu US-Strafzöllen gebe es generell „wenige gute Nachrichten aus der Wirtschaft. Das bremst die Kauflaune sowohl bei privaten wie gewerblichen Kunden.“ Zudem belaste WLTP den Markt immer noch etwas – „wenngleich die Effekte von Monat zu Monat geringer ausfallen“, sagte Fuß. Ein ähnliches Bild vermittelt der Auftragseingang der deutschen Autobauer aus dem Ausland: Er sank im Februar um 8 Prozent.

Sie wollen mehr wissen? Unter www.kfz-betrieb.de/neuzulassungen können Sie sich die Neuzulassungen aller Fabrikate nach Marktsegmenten gegliedert für einzelne Monate anzeigen lassen. Zudem finden Sie dort die Statistiken des KBA für die einzelnen Modellreihen als PDF zum Download.

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