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Neuwagenmarkt rutscht nochmals deutlich ab

| Autor: Andreas Grimm

Die Neuzulassungen haben sich im November erneut im Rückwärtsgang bewegt. Bundesweit zählten die Zulassungsämter ein Zehntel weniger Pkw-Erstanmeldungen als im Vorjahresmonat. Ein Sorgenkind der Branche hat sich aber stabilisiert.

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(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Der deutsche Neuwagenmarkt leidet weiter unter den Folgen der WLTP-Umstellung und ist im November nochmals auf Talfahrt gegangen. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts wurden im vergangenen Monat noch 272.674 Pkw neu zugelassen – 9,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Das ist ein stärkeres Minus als im Oktober (-7,4 %), aber ein deutlich schwächerer Rückgang als im September (-30,5 %).

Zu berücksichtigen bei der Bewertung des November-Ergebnisses ist allerdings, dass die Erstzulassungen im Vorjahresmonat den höchsten Stand seit 2006 erreicht hatten – im Vergleich zu 2016 ist die Zahl der Neuzulassungen fast gleichauf (-1,5 %).

Nach elf Monaten liegt der Neuwagenmarkt in Deutschland mit fast exakt 3,2 Millionen Erstzulassungen nur noch 0,4 Prozent im Plus. Ungeachtet dessen hält der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) an seiner Prognose von 3,47 Millionen Neufahrzeugen in diesem Jahr fest. Ähnlich viele sollen es im kommenden Jahr werden. Allerdings berichtet der Verband der Automobilindustrie (VDA) von einem sinkenden Auftragseingang bei den einheimischen Herstellern. Im bisherigen Jahresverlauf gingen knapp 4 Prozent weniger Aufträge inländischer Kunden ein. Allerdings spielt in diese Entwicklung auch die Diesel-Affäre hinein, die nicht zuletzt die Audi- und VW-Geschäfte berührt.

Im November hatten die Marken des Volkswagenkonzerns erneut schwer zu kämpfen. Porsche (-54,6 %) und Audi (-42,6 %) verloren stark, Seat (-18,5 %) und VW (-15,4 %) erheblich und Skoda immerhin noch 3,0 Prozent. Aber auch Nissan (-46,7 %) oder Peugeot (-43,2 %) verloren fast die Hälfte ihres November-Absatzes aus dem Vorjahr.

Diesel-Verkauf entwickelt sich besser als Benziner-Absatz

Auf niedrigem Niveau stabilisiert hat sich dagegen der Absatz von Diesel-Neuwagen (92.642 Einheiten). Er ging zwar erneut um 10 Prozent zurück, die Entwicklung folgt damit aber der allgemeinen Marktentwicklung. Der Absatz an Benzinern ging sogar um 12,5 Prozent zurück. „Erstmals seit Beginn der Dieselkrise Ende 2015 entwickelte sich der Absatz von Dieselmodellen besser als die Verkäufe von Benzinern“, heißt es dazu in einer Analyse der Wirtschaftsberatung EY. Im November hatte der Diesel einen Marktanteil von 34 Prozent.

Benziner (163.420 Pkw) haben einen Anteil von 59,9 Prozent an den Neuzulassungen. Dazu kamen 4.262 Elektro-Pkw (1,6 %) und 11.672 Hybride (4,3 %). Ein Anteil von jeweils 0,1 Prozent entfiel auf die mit Flüssiggas (LPG) (409 Pkw/-13,2 %) und die mit Erdgas (CNG) betriebenen (250 Pkw/-64,6 %) Neuwagen.

Eine Erholung der Diesel-Verkäufe ist aus Sicht von EY-Autoexperte Peter Fuß dennoch nicht in Sicht. „Das Vertrauen in den Diesel ist inzwischen nachhaltig gestört“, sagte er und verwies auf Fahrverbote in immer mehr Städten, die potenzielle Käufer verunsichern. Auf niedrigem Niveau steigt dagegen der Absatz von Elektrofahrzeugen. Deren Zulassungen stiegen im November um 41 Prozent, E-Autos haben inzwischen einen Anteil von 1,6 Prozent am gesamten Neuzulassungsaufkommen.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«