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Neuzulassungen fallen im Juni deutlich ab

| Autor: Andreas Grimm

Im Juni haben sich die Neuzulassungen klar rückläufig entwickelt. Die Branchenverbände sind dennoch mit der Entwicklung zufrieden. Sie sehen in den Zahlen noch keine Nachfrageschwäche. Doch nicht alle Marktbeobachter teilen diesen Optimismus.

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(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Der Pkw-Neuwagenmarkt hat sich in Deutschland im Juni rückläufig entwickelt. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) kamen zuletzt 325.231 Pkw neu auf die Straßen. Das waren 4,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Angesichts der späten Pfingstferien und kalendarisch bedingten zwei bis drei Arbeitstagen weniger (wegen des nicht bundeseinheitlichen Feiertags Fronleichnam) sei dieser Rückgang aber „erwartungsgemäß“ ausgefallen, heißt es etwa vom Importeursverband VDIK.

Auch der Herstellerverband VDA zeigte sich trotz des Rückgangs entspannt, da die Halbjahresbilanz des Neuwagenabsatzes positiv ausfällt. Seit Jahresstart sind dem KBA zufolge 1,849 Millionen Pkw erstmals zugelassen worden, 0,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit ist der Neuwagenmarkt in Deutschland „auf das höchste Volumen in einem ersten Halbjahr in diesem Jahrzehnt“ gestiegen, berichtet der VDA.

Positiv bewertet auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe die Entwicklung. Vor allem der Trend steigender Diesel-Neuzulassungen findet beim ZDK Zustimmung: 608.700 Selbstzünder kamen im ersten Halbjahr auf die Straßen, um 3 Prozent mehr als im Vorjahres-Zeitraum. „Gerade angesichts der notwendigen Reduzierung des CO2-Ausstoßes ist der moderne Dieselmotor nach wie vor für unverzichtbar“, so der Verband. Die Benziner-Zulassungen sanken im Gegenzug um 5,4 Prozent auf 1,1 Millionen Einheiten, der Anteil der Alternativen Antriebe kletterte auf 7,8 Prozent (142.000 Einheiten).

Trotz des bereits lange anhaltenden hohen Verkaufsniveaus bleibt die Branche mittelfristig optimistisch. So gingen bei den VDA-Mitgliedern seit Januar gut 4 Prozent mehr Aufträge aus dem Inland ein als im Vorjahreszeitraum. Und der VDIK erwartet explizit „für das Gesamtjahr eine Fortsetzung der positiven Marktentwicklung“. Die zahlt sich derzeit übrigens besonders für die Importfabrikate aus: Ihr Marktanteil hat inzwischen 40 Prozent erreicht – drei Prozentpunkte mehr als 2015.

„Die Aussichten sind sehr bescheiden“

Weniger erwartungsfroh äußert sich die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY). „Die Aussichten für die zweite Jahreshälfte sind sehr bescheiden“, heißt es in der monatlichen Markteinschätzung. Insgesamt werde es im Gesamtjahr 2019 „zu einem Absatzrückgang im niedrigen einstelligen Bereich“ kommen.

Bemerkenswert ist aus Sicht von EY jedoch der starke Trend in Richtung Elektromobilität. „Es ist offensichtlich, dass Bewegung in den Markt kommt“, heißt es in der aktuellen Analyse. Ausgelöst werde die Entwicklung vor allem durch private Käufer. Während 36 Prozent aller Neuwagen von Privatpersonen zugelassen wurden, lag ihr Anteil beim Erwerb von Elektroautos nach EY-Berechnungen bei 48 Prozent.

Auf das Ranking der Gewinner- und Verlierermarken dürfte die Elektromobilität noch keinen nennenswerten Einfluss haben – mit Ausnahme von Tesla. Die reine Elektromarke hat im Juni ihre Auslieferungen mehr als verfünffacht (+469 %). Mit 1.605 Erstzulassungen kommt das Fabrikat damit im Juni auf 0,5 Prozent Marktanteil – im bisherigen Jahresverkauf sind es 0,3 Prozent. Deutlich zugelegt in dem rückläufigen Markt haben zudem auch Citroën, Suzuki, Kia und Seat. Sehr deutliche Abschläge mussten dagegen unter anderem Porsche, Nissan und Mercedes hinnehmen.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«