Neuzulassungen springen zehn Prozent nach oben

Autor: Andreas Grimm

Im September hat sich der Neuwagenmarkt nochmals prächtig entwickelt. Allerdings kommen die treibenden Kräfte nicht mehr aus dem gewerblichen Bereich – ein Hinweis, dass der Höhepunkt der Kauflust erreicht sein könnte.

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(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Der Neuwagenmarkt in Deutschland hat im September nochmals kräftig Fahrt aufgenommen. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) sprang die Zahl der Neuzulassungen im vergangenen Monat um 9,4 Prozent nach oben. Insgesamt registrierten die Behörden im neunten Monat 298.002 Erstzulassungen. Damit verbesserte sich auch die Gesamtjahresbilanz noch einmal. Von Januar bis September kamen knapp 2,56 Millionen Neuwagen auf die Straßen, ein Plus von 6,1 Prozent.

Das Ergebnis verwundert Peter Fuß, Partner und Automobilfachmann bei der Wirtschaftsberatung EY, nicht. „Der Neuwagenmarkt ist weiter in guter Verfassung, die Rahmenbedingungen bleiben positiv.“ Allerdings rechnet er laut einer Pressemitteilung für das letzte Quartal des Jahres mit einer leichten Abschwächung des Wachstums bei einem Absatzplus von etwa drei Prozent. Angesichts der günstigen Entwicklung geht das deutsche Kfz-Gewerbe „positiv gestimmt in den Jahresendspurt“, heißt es in einer Mitteilung des ZDK.

Eine Verschiebung ist zwischen den Marktsegmenten Privatkunden und Gewerbekunden festzustellen. Nach Angaben des Importeursverbands VDIK waren die privaten Halter im September sogar die treibende Kraft des Aufschwungs. Ihre Pkw-Neuzulassungen seien gegenüber dem Vorjahresmonat um 22 Prozent gewachsen. „Die positive Einstellung der Privatkunden zum Autokauf leistet erneut einen wichtigen Beitrag zum guten Ergebnis des Pkw-Markts“, sagte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel.

Ergänzend dazu sieht EY-Analyst Fuß bei den gewerblichen Neuzulassungen eine deutlich nachlassende Dynamik: Im dritten Quartal seien die Neuzulassungen auf Unternehmen gerade einmal um 0,6 Prozent gestiegen, im bisherigen Jahresverlauf hatten sie um 5,9 Prozent zugelegt. „Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass der Zenit des Neuwagenbooms in Deutschland bald erreicht ist“, so Fuß.

Starke Ausschläge nach oben und unten

Die größten Zuwächse fuhren im September einige Importeursfabrikate ein (nur Marken mit mindestens 0,5 Prozent Marktanteil). Die Liste führt Land Rover mit einem Plus von 59,8 Prozent an vor Renault (+46,9 %) und Fiat (+35,9 %). Für die deutschen Marken zeigte sich der Neuzulassungsmarkt ausnahmslos positiv. Am besten entwickelte sich Mini (+35,3 %), während VW (+ 1,7 %) weiterhin dem Markt hinterherfährt. Einige Marken verloren jedoch auch Kunden, insbesondere Hyundai (-21,5 %), Peugeot (-8,3 %) und Jeep (-7,6 %).

Nach neun Monaten haben damit nur fünf Fabrikate weniger verkauft als in den ersten drei Quartalen des Vorjahres: DS, die Premiummarke von Citroën (-21,7 %), die Nischenfabrikate Smart (-4,7 %) und Suzuki (-0,2 %) sowie die Volumenmarken VW und Seat (je -1,0 %).

Erstmals seit Einführung der Elektroautoprämie sind die Zulassungszahlen der stromgetriebenen Fahrzeuge signifikant gestiegen. 1.641 Elektrofahrzeuge wurden im Berichtsmonat neu zugelassen. Das ist ein Plus von 76,6 Prozent und bedeutet einen Anteil von 0,6 Prozent am Gesamtmarkt. Dazu kommen 4.917 neue Hybride-Modelle (+67,2 %). Mehrheitlich kamen im September Fahrzeuge mit Benzinmotor neu auf die Straßen (53,1 %), der Anteil der Dieselmodelle sank binnen Jahresfrist von 46,8 auf 44,6 Prozent.

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