New York: Das Imperium schlägt zurück

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Das Autoland USA hat die Krise überwunden. Grund dafür sind nicht nur attraktivere und effizienterer Modelle, sondern auch der zarte aber spürbare Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt. Das sorgt für gute Stimmung auf der New Yorker Automesse.

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(Foto: Chrysler)
(Foto: Chrysler)

Wahrscheinlich bringt das skurrile Flug- und Fahrgerät Terrafugia, das viele auf der New Yorker Automesse faszinierte, die optimistische Grundstimmung in der nordamerikanischen Autoindustrie auf den Punkt. Das Ding ist quasi ein Auto mit ausklappbaren Flügeln. Es kann aber nicht nur vom Boden abheben, es hat auch eine US-Straßenzulassung erhalten. Was will man mehr?

Es sind vor allem die jüngst veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal 2012, welche die Hoffnung beflügeln, man habe die existentielle Krise endlich überwunden. Fast alle Hersteller melden für diesen Zeitraum Zuwächse von bis zu 40 Prozent und mehr gegenüber dem Vorjahr. Das gilt beileibe aber nicht nur für die Volumenmodelle aus heimischer Produktion oder jene der asiatischen Konkurrenz.

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Auch deutsche Hersteller im Topsegment wie Mercedes-Benz und BMW lassen sich von dem kräftigen Aufwind tragen und melden Quartalsrekorde; bei den Stuttgartern gar das beste überhaupt mit über 61.000 verkauften Einheiten. Volkswagen verzeichnet nicht zuletzt dank des neuen Passat und dem in den USA ewig heißgeliebten Jetta ein Plus von über 34, Audi von 18 Prozent.

Verkäufe ziehen an, während andere Märkte schwächeln

Laut dem sonst eher zurückhaltenden "Wall Street Journal" schwingen sich die USA sogar zum wichtigsten Automarkt auf - zumal Europa und China zunehmend schwächeln. Prognosen gehen inzwischen davon aus, dass in den nächsten Monaten im Lande des American Way of Drive locker die 14 Millionen-Marke bei den Verkäufen geknackt werden dürfte.

Es herrscht nicht nur auf New Yorks Straßen eitel Sonnenschein in diesen Apriltagen. Die gute Laune setzt sich auch im Jacob Javits Convention Center fort, dort wo alljährlich die New York International Auto Show stattfindet. Kaum vorstellbar, dass zum Beispiel General Motors und Chrysler - zwei der großen Drei aus Amerikas Autostadt Detroit - noch vor wenigen Jahren fast kollabiert wären. Heute hat sich GM dank erheblicher staatlicher Unterstützung quasi neu erfunden.

Chrysler ging bekanntlich eine Ehe mit Fiat ein und taucht immer häufiger hinter dem stolzen alten Logo der Konzerntochter Lancia auf. Es geht aber auch in umgekehrter Richtung: im kompakten neuen Dart der Chrysler-Tochter Dodge steckt viel von Alfa Romeos Giulietta. In den USA hat diese strategische Partnerschaft dem drittgrößten Hersteller offenbar nicht geschadet: seit 2011 hat die Chrysler Group über 40 Prozent hinzugewonnen, im ersten Quartal diesen Jahres erstaunliche 34 Prozent. Grund dafür sind die gute Verarbeitung, eine zeitgemäßere Ausstattung und effiziente Motoren. Allein diese Kombination hat auch Ford beim neuen Focus einen Zuwachs von 40 Prozent beschert.

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