Newel-Gruppe übernimmt insolventen Mercedes-Betrieb

Autor: Jakob Schreiner

Noch vor der offiziellen Insolvenzeröffnung ist die Zukunft des angeschlagenen Autohauses AHG Rhein-Hunsrück gesichert. Der Mercedes-Betrieb wird künftig unter dem Dach der Newel-Gruppe weiterbestehen.

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(Bild: Daimler)

Die AHG Newel GmbH aus Enkirch (Mosel, Rheinland-Pflaz) hat das insolvente Mercedes-Autohaus AHG Rhein-Hunsrück übernommen. Unmittelbar nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. März konnte der Kauf abgeschlossen werden, teilte der zuständige Insolvenzverwalter Jens Lieser am Donnerstag mit. Die Newel-Gruppe übernimmt neben der Immobilie auch die 30-köpfige Belegschaft sowie die gesamte Betriebs- und Geschäftsausstattung des Betriebs. Der Standort wird auch künftig als Mercedes-Vertretung fortgeführt. Über finanzielle Details vereinbarten alle Beteiligten Stillschweigen.

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Der in Schieflage geratene Mercedes-Händler stellte im Januar 2018 einen Insolvenzantrag. Als einen Grund für die Insolvenz identifizierte der Verwalter Jens Lieser damals den Neubau des Standortes, wie die „Rhein-Zeitung“ berichtete. Möglicherweise habe man sich dadurch finanziell übernommen, sagte Lieser. Der Neubau erstreckt sich auf einem rund 14.000 Quadratmeter großem Grundstück, dass erst im Januar 2017 eingeweiht wurde. Neben einem 800 Quadratmeter großen Ausstellungsraum ist auch eine rund 1.000 Quadratmeter große Werkstatt für Pkws und Lkws mit aktueller Einrichtung und Ausrüstung entstanden.

Mit der Übernahme bestätigt sich die Einschätzung von Lieser im Januar. Eine mögliche Lösung für das Problem war für ihn damals die Übernahme durch einen anderen Händler. Zum damaligen Zeitpunkt hatten bereits „namhafte Unternehmen ihr Interesse signalisiert“. Er betone auch, dass die Daimler AG ein Wörtchen mitzureden hätte. Diese habe auch nach seiner Aussage „einen maßgeblichen Anteil zum erfolgreichen Neubeginn beigetragen.“

Newel kennt sich mit Übernahmen aus

Neben Mercedes-Benz Autohäusern betreibt die Newel-Gruppe auch einen VW-Service-Standort sowie eine Transporter-Vermietung und einen Fachbetrieb für Oldtimer-Restauration in der Region. Außerdem ist sie noch mit einem Heizöl- und Dieselhandel vertreten und beschäftigt derzeit etwa 100 Mitarbeiter.

Sanierungserfahrung bringt das Management mit, der Standort in Enkirch wurde vor 13 Jahren ebenfalls aus einer Insolvenz übernommen. Zudem haben im Jahr 2016 zwei Betriebe an der Mosel im Rahmen einer Nachfolgeregelung erfolgreich fusioniert. Seitdem führt die Unternehmensgruppe den Namen „Newel“.

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