Klimapaket Nicht allein auf E-Mobilität setzen, fordert der ZDK

Autor: Doris Pfaff

Das Schicksal von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren sieht der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) mit dem von der EU vorgelegten Klimapaket besiegelt. Die EU-Kommission habe sich einseitig auf die E-Mobilität festgelegt und gefährde damit nicht nur das Erreichen der Klimaziele, sondern auch die Stärke der europäischen Wirtschaft.

Firmen zum Thema

Pkw und Lkw mit Brennstoffzelle könnten ein wichtiger Bestandteil einer klimaneutralen Mobilität sein.
Pkw und Lkw mit Brennstoffzelle könnten ein wichtiger Bestandteil einer klimaneutralen Mobilität sein.
(Bild: Daimler AG)

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) kritisierte scharf das von der EU vorgelegte Klimapaket. Denn die darin enthaltenen Vorschläge zur Reduktion der Treibhausgase führten faktisch zum Verkaufsverbot von Neufahrzeugen mit Verbrennungsmotoren ab 2035.

Um die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen, sei dies der falsche Weg. „Wer sich einseitig auf die Elektromobilität festlegt, vergibt die große Chance, auf Basis klimaneutral betriebener Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren sehr schnell und nachhaltig zum Erreichen der Klimaziele beizutragen“, kommentierte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski.

Allein in Deutschland gebe es zurzeit rund 46,5 Millionen Pkw mit Benzin- oder Dieselmotoren im Bestand – das entspricht rund 94 Prozent aller Pkw. In den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union seien dies insgesamt sogar 99,5 Prozent der rund 249 Millionen Pkw.

ZDK fordert Technologieoffenheit

Karpinski forderte von der Politik eine verlässliche Perspektive für die Verbraucher, auf absehbare Zeit über alternative Kraftstoffe verfügen zu können. Deshalb müsse die Politik alternative Kraftstoffe genauso fördern wie die Elektromobilität.

Um die Klimaziele zu erreichen, dürfe nicht allein auf die E-Mobilität gesetzt werden, so Karpinski. Zumal es weiterhin europaweit an Lademöglichkeiten mangele. „Nur mit einem Technologiemix kann eine bezahlbare, individuelle Mobilität langfristig gewährleistet werden“, betont der ZDK-Präsident. Eine Technologieoffenheit sei auch für die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland sowie den europäischen Wirtschaftsraum unabdingbar.

Ähnlich reagierte auch der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA). Mit dem für 2035 vorgesehenen Flottengrenzwert von null Gramm schlage die EU-Kommission faktisch ein Verbot von Verbrennungsmotoren vor, das würde auch Hybride und leichte Nutzfahrzeuge treffen. „Das ist innovationsfeindlich und das faktische Verbrennerverbot weder innovationsfreundlich noch technologieoffen", sagte Verbandspräsidentin Hildegard Müller. Damit werde auch die Wahlfreiheit der Verbraucher eingeschränkt. Positiv bewertete der VDA die von der EU geforderte Beschleunigung der Transformation.

Kritisch reagierte auch der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA). Zwar hätten sich alle Automobilhersteller dazu verpflichtet, das Erreichen der Klimaziele zu unterstützen, um bis 2050 klimaneutral zu werden. Das Verbot einer einzelnen Technologie jedoch sei zum jetzigen Zeitpunkt kein vernünftiger Weg, teilte der Verband mit. Auch weil die Rahmenbedingungen für rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge noch nicht vorhanden seien.

(ID:47507637)

Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik