Nio-House in Peking: Der Lifestyle-Tempel der Auto-Avantgarde

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Während das Nio-House bis dahin vielleicht noch mit den Tesla-Boutiquen oder den Me-Stores von Mercedes vergleichbar ist und man auch bei diesen Marken an den Stadtrand muss, wenn man sein Auto abholen oder zur Reparatur bringen möchte, betritt man im zweiten Stock buchstäblich eine eigene Welt: „For members only“, sagt Jackys Kollegin Tina und zückt ihr Smartphone mit dem QR-Code, der sie als Mitglied der Nio-Familie ausweist. Nur wenn sie dieses Logo an den Scanner hält, öffnet sich die gläserne Schiebetür zu einem Club, der ein bisschen wie eine Mischung aus Starbucks, dem Kinderland von Ikea, einer Hotellobby und der Stadtbibliothek aussieht – nur in cool.

Denn auch hier gibt es Kaffee-Spezialitäten, die in einer offenen Küche serviert werden, es gibt bequeme Sitzgruppen, ein Kinderland und tatsächlich eine Leseecke mit einem prall gefüllten Bücherregal. Und wer an einem der Schmöker Gefallen findet, der bekommt den Wälzer einfach nach Hause geschickt, erzählt Hausherr Jacky.

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„Die Leute kommen zu uns, wenn sie zwischen dem Shoppen mal eine Pause machen, sich entspannen und Ruhe genießen wollen, die man in Peking sonst kaum irgendwo findet,“ hat er beobachtet. Während sie unten in der Boutique nur kurz durchschlendern, sitzen sie oben deshalb oft für mehrere Stunden. Und damit es nicht langweilig wird, organisiert Jacky regelmäßig Veranstaltungen: Diskussionen und Techtalks für die Erwachsenen und Spielenachmittage für die Kleinen.

Zwar ist das Vertriebskonzept der Chinesen erfrischend anders und Hausherr Jacky zu Recht stolz auf die lässige Boutique-Atmosphäre im Nio House, von dem es in Peking mittlerweile zwei und in ganz China schon fast ein Dutzend gibt. Doch ein Detail hätten sich die Neueinsteiger aus der alten Welt für ihr erstes und größtes Designer-Domizil ruhig abschauen können.

Denn es ist schon ein wenig verwunderlich, dass ausgerechnet ein Autohändler für seine Kunden keine Parkplätze hat, geschweige denn, dass eine rein elektrische Marke nicht mal über Ladesäulen verfügt. „Das haben wir auch gemerkt“, räumt Jacky ein und gelobt baldige Besserung. Ein bisschen Zeit hat er ja noch. Schließlich werden die ersten 10.000 Exemplare des ES8 ja erst ab Sommer ausgeliefert.

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