Nissan: „100.000 Einheiten sind möglich“

Autor / Redakteur: aw/wm / Andreas Wehner

Die japanische Marke will wieder wachsen. Vincent Wijnen, Geschäftsführer von Nissan Center Europe, hält an seinem mittelfristigen Ziel fest, 100.000 Autos in Deutschland zu verkaufen. Im Moment gilt das Augenmerk den neuen Händlerverträgen.

Firma zum Thema

Vicent Wijnen, Geschäftsführer von Nissan Center Europe, will den Marktanteil der japanischen Marke im kommenden Geschäftsjahr wieder steigern.
Vicent Wijnen, Geschäftsführer von Nissan Center Europe, will den Marktanteil der japanischen Marke im kommenden Geschäftsjahr wieder steigern.
(Foto: Wehner)

Redaktion: Nissan hat 2012 einen Marktanteil von 2,0 Prozent erreicht, 2011 waren es noch 2,2 Prozent. Absolut sind die Verkäufe von 71.000 auf 63.000 Einheiten gesunken. Wie beurteilen Sie die Absatzsituation?

Vincent Wijnen: Ja, wir haben weniger Volumen gemacht. Hauptgrund ist der Markt. Wir haben einen hohen Privatkundenanteil. Und der Privatmarkt ist deutlich stärker gesunken als der Automarkt insgesamt. Der zweite Grund neben der Marktsituation: Wir hatten keine neuen Modelle. Die Marken, die neue Modelle hatten, konnten den Rückgang teilweise kompensieren.

Wie hoch ist die Händlerrendite?

1,3 Prozent Ende Januar. Wenn man das mit anderen Importeuren vergleicht, ist das guter Durchschnitt. Leider haben aber 25 Prozent der Händler 2012 Verluste gemacht. Das ist relativ viel für unsere Verhältnisse. 2011 waren es 15 Prozent. Aber in einem so schwierigen Markt gibt es nun einmal Händler, die Probleme haben.

Was erwarten Sie für 2013?

Zunächst müssen wir bis Ende März unser Fiskaljahr abschließen und bereiten uns dann auf die neuen Modelle vor. Unsere neuen Modelle werden erst ab der zweiten Hälfte des kommenden Fiskaljahres verfügbar sein, daher wird die erste Hälfte nicht einfach werden. Wir rechnen auch nicht damit, dass sich die Marktsituation verbessern wird. Wir werden uns also zunächst um den Auslauf der Modelle kümmern, die ersetzt werden. Und wir werden den Händlern die Möglichkeit zu geben, ihre Bestände abzubauen. Wir haben aufgrund der angesprochenen Marktsituation relativ viele Tagezulassungen. Die Bestände wollen wir im ersten Quartal des neuen Fiskaljahres – also von April bis Juni – reduzieren.

Was heißt das konkret?

Wir werden nicht mehr so viele Autos nachschieben. Diese Autos fließen zwar ab, aber wenn man die Bestände immer wieder auffüllt, dann bleiben sie gleich. Zudem werden wir den Abverkauf mit Kampagnen unterstützen, denn die Vertriebsinstrumente, die wir anbieten, können die Händler auch für die Tageszulassungen nutzen.

Wo glauben Sie, in Sachen Neuzulassungen 2013 landen zu können?

Wir werden uns aufgrund neuer Modelle steigern und zum Ende des Fiskaljahrs 2013 über dem Niveau des Jahres 2011 landen. Damals hatten wir 2,2 Prozent Marktanteil. Wir werden in den ersten drei Monaten an Neuzulassungen verlieren, da wir unsere Bestände abverkaufen wollen. Das wird sich auf die regulären Privatkunden-Neuzulassungen auswirken. Aber mit den neuen Modellen werden wir dies wieder aufholen.

(ID:38806330)