Nissan-Händler hinterfragen Wachstumskurs

Sachliche Diskussionen auf der Jahreshauptversammlung

31.10.2011 | Autor: Andreas Grimm

Der Verband der Nissan Händler Deutschland (VDNH) tritt hinsichtlich der Entwicklung des Fabrikats vorsichtig auf die Euphoriebremse. Während der Marktanteil und die Rendite der Händler im Bundesdurchschnitt weiter wächst, sieht das Verbandspräsidium Warnzeichen, die in den kommenden Monaten Beachtung finden müssten, um die „richtige Richtung“ des Fabrikats beizubehalten.

Eine betriebswirtschaftlich gesunde Gesamtsituation des Handels sei Voraussetzung, dass er den von Nissan Center Europe eingeschlagenen Wachstumskurs mitgehen könne, sagte VDNH-Präsident Peter Gerards am Samstag auf der Jahreshauptversammlung des Verbands in Köln. „Wir erreichen derzeit tolle Zahlen“, sagte Gerards an die fast komplett anwesende Führungsriege des Importeurs gerichtet, „dennoch ergeben sich entscheidende Fragen zum eingeschlagenen Weg“.

Eine der wichtigsten ist die Vertriebspolitik. So warnte Marlies Wegener, die Vorsitzende des Arbeitskreises Vertrieb und Marketing, etwa vor einer Abkehr vom Pull-Prinzip im Vertrieb angesichts steigender Absatzziele: „Nach zwei guten Jahren würde der Ansatz, wieder Ertrag über Volumen zu machen, nur den Preisdruck im Gesamtnetz erhöhen.“ Und damit langfristig die Renditen beschädigen. Die zuletzt praktizierte Nachfrage-Orientierung habe dagegen mit dazu geführt, dass das Nissan-Netz im zurückliegenden Jahr nur zwei Insolvenzen zu verzeichnen gehabt hätte.

Rendite ist kein Selbstläufer

Dass die Verbandsführung bei einer Rendite von gut drei Prozent per Ende September zur Vorsicht mahnt, ist durchaus vorausschauend. Einerseits sei das Ergebnis aufgrund eines hohen Arbeitseinsatzes des Handels entstanden, „der eine höhere Rendite durchaus rechtfertigt“, wie Jürgen Mattern, Vorsitzender des Arbeitskreises Betriebswirtschaft, anmerkte. Andererseits seien die Gewinne nötig, um den eingeforderten Wachstumskurs überhaupt zu finanzieren. Denn die weitere Aufwärtsentwicklung werde von vielen Händlern Investitionen erfordern, die vernünftig nur mit entsprechendem Eigenkapital zu stemmen seien.

Eine offene Frage sei in diesem Zusammenhang, wie der Importeur bei der Rekrutierung und Entwicklung qualifizierter Mitarbeiter helfen wolle und allgemein die Qualifizierung und Professionalisierung des Handels auf größere Betriebs- und Filialstrukturen unterstützen werde, erinnerte Gerards. Schließlich gebe es auf dem Weg, das Wachstum durch die Besetzung der offenen Verkaufsgebiete mit qualifizierten Händlern zu fördern, noch viel zu tun.

Auf Seite 2: Eigenzulassungen steigen um die Hälfte

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