Nissan LCV: Drei Prozent Marktanteil bis 2016

Redakteur: Vera Scheid

Mit Nischenprodukten wie dem elektrischen NV200 sowie einer Professionalisierung des Händlernetzes will Nissan laut LCV-Direktor Olivier Ferry im Nutzfahrzeugbereich weiter wachsen.

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Olivier Ferry: „Wir müssen unseren Händlern helfen, professioneller zu werden. Nur so können wir wachsen.“
Olivier Ferry: „Wir müssen unseren Händlern helfen, professioneller zu werden. Nur so können wir wachsen.“
(Foto: Suffner)

Nissan setzt seine Wachstumshoffnungen in Deutschland auf den Nutzfahrzeugbereich: „Bis 2016 wollen wir hierzulande drei Prozent Marktanteil. Die bisherige Entwicklung zeigt, dass wir das erreichen können“, erklärte Olivier Ferry, Direktor der Business-Unit LCV (Light Commercial Vehicle) & Fleet Sales, auf der diesjährigen Nutzfahrzeug-IAA im Interview mit »kfz-betrieb ONLINE«. Der Importeur steigerte seinen Marktanteil in Deutschland bisher von 1,5 Prozent (2.645 Einheiten) in 2010 auf 1,92 Prozent (4.706 Einheiten) in 2011. Im ersten Halbjahr 2012 lag der Marktanteil mit 4.990 verkauften Einheiten bereits bei 2,5 Prozent.

Ferry führt dieses Wachstum vor allem auf die aktuelle Modellpalette zurück. Der NV200 mit seinem großen Laderaumvolumen und der zum Jahresanfang eingeführte NV400 sowie der Navara verkaufen sich sehr gut. Auf der Nutzfahrzeugmesse präsentierte Nissan zudem zahlreiche Nischenprodukte wie Kipper- und Pritschenfahrzeuge, mit denen der Importeur neue Kundengruppen erobern will.

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Elektrifizierung der Modellpalette

Besonderes Augenmerk lag auch auf der Elektrifizierung der Modellpalette. Die Studie des e-NV200 feierte bereits in Detroit Premiere; in Hannover wurde dann erstmals die Serienversion gezeigt. Schon Ende des Geschäftsjahres 2013 (Anfang 2014) wird er laut Ferry auch in Deutschland zu haben sein. Seine Bewährungsprobe hat der elektrische Stadtlieferwagen bei dem Logistikunternehmen Fedex, das die Fahrzeuge bereits seit 2011 in London einsetzt.

Gebaut wird der e-NV200 in Barcelona. Dort sollen 20.000 Stück produziert werden. In Deutschland will Nissan davon rund 1.000 Einheiten verkaufen. „Er hat Potenzial als Stadtlieferwagen und wir müssen am Markt sein, wenn er gebraucht wird“, erklärte Ferry. Nissan will zunehmend das Vertrauen der Kunden in Elektrofahrzeuge stärken. „Es gibt eine Zukunft für Elektrofahrzeuge und einen Markt dafür. Dennoch ist es schwierig, als Pionier in diesem Segment zu arbeiten“, sagte Ferry.

Wie gefragt die Elektrofahrzeuge sind, zeige der Erfolg einer Aktion mit dem vollelektrischen Leaf, dessen Antriebstechnologie auch im e-NV200 eingesetzt wird. Nissan-Fleet-Kunden konnten den Leaf im Juni für sieben Tage Probe fahren. Da sich mehr als 100 Interessenten angemeldet hatten, war die Aktion schon nach wenigen Tagen ausgebucht. „Mit solchen Aktionen führen wir unsere Kunden an die neue Technologie und deren Potenzial heran“, erklärt Ferry.

Professionalisierung des Händlernetzes

Neben den neuen Produkten sei die zunehmende Professionalisierung des Händlernetzes ein weiterer Grund für die positive Entwicklung der Marke. „Wir müssen unseren Händlern helfen, professioneller zu werden. Nur so können wir wachsen.“ Eine Maßnahme sind Trainings für die Fleet-Kompetenz-Center, bei denen die Händler ihre Erfahrungen austauschen könnten. Bisher gibt es in Deutschland neben den 31 Niederlassungen auch 41 solche Center. „Nissan hat insgesamt 80 Standorte ausgemacht, die das Potenzial dazu haben, ein Kompetenz-Center zu werden – also fehlen noch acht Nutzfahrzeug-Stützpunkte in Deutschland“, erklärte Ferry.

Effektiv sei auch die Zusammenarbeit der Bereiche Fleet und LCV. Im Ruhrgebiet gebe es den ersten Großkunden im LCV-Bereich, und dieser Erfolg spreche sich bei den Händlern schnell herum. Nach Aussage Ferrys erwirtschaften die Händler, die in diese Bereiche investieren, eine gute Rendite. Insgesamt blickt Ferry zuversichtlich auf die kommenden Jahre: „Wir wissen, wo wir hinwollen und wie wir das erreichen können.“

Nissan möchte verstärkt auf dem Nutzfahrzeugmarkt Fuß fassen. Schon 2012, ein Jahr früher als geplant, hat der Hersteller weltweit eine Million LCV-Einheiten abgesetzt. Bis 2016 will Nissan zur Nummer eins im LCV-Segment aufsteigen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Unternehmen eine Produktoffensive mit weltweit elf neuen Nutzfahrzeugen bis 2016 angekündigt.

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