Nissan Leaf: Neuauflage ohne Preise

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Im Sommer kommt die in Europa gefertigte zweite Generation des Leaf in den Handel. Zu den Preisen schweigt Nissan noch, doch könnte zumindest die Einstiegsvariante deutlich günstiger werden.

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Nissan bringt die zweite Generation des Elektroautos Leaf im Sommer auf den Markt.
Nissan bringt die zweite Generation des Elektroautos Leaf im Sommer auf den Markt.
(Foto: Nissan)

Der erste in Europa gebaute Leaf steht in den Startlöchern. Im März wird Nissan die Produktion des Elektroautos im britischen Werk Sunderland aufnehmen, erhältlich ist er nach Angaben des Importeurs Nissan Center Europe (NCE) „ab Mitte des Jahres“. Um den schleppenden Absatz des Autos anzukurbeln, sind einige Verbesserungen in die zweite Auflage eingeflossen, der Importeur spricht von „über 100 kleinen, aber entscheidenden Verbesserungen“. Das wirklich entscheidende allerdings fehlt in den Presseaussendungen: der Preis. In diesem Punkt gibt es auch auf Nachfrage von NCE noch keine Aussagen.

Für den Handel hat dieser Punkt große Bedeutung, ist doch das Netz zuletzt auf den Leaf eingeschworen worden. Alle Händler müssen jetzt den Leaf im Programm führen. 15 Händlern wurde mit einer Frist von zwei Jahren gekündigt, weil sie nicht auf das Elektroauto setzen wollten oder konnten. Das Auto selbst sieht der Handel mehrheitlich nicht kritisch, doch gerade der Preis von zuletzt 34.000 Euro für eine Reichweite von unter 200 Kilometern gilt auch in Händlerkreisen nicht unbedingt als Schnäppchen.

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Derzeit gibt es die erste Generation des Leaf für 33.990 Euro oder 249 Euro Leasingrate und damit mit einem Auslaufrabatt von 3.000 Euro. Fest steht allerdings, dass es den Leaf künftig in drei Ausstattungsstufen geben wird – und die eröffnen dann doch den Preisspielraum nach unten. „Zugleich sinkt in Verbindung mit der Einstiegsvariante auch der Einstiegspreis“, heißte es dazu. Ob Nissan Center Europe den Abschlag des Einstiegspreises aber vom aktuellen Preisniveau oder vom ursprünglichen 37.000-Euro-Preis berechnet, war der Zentrale in Brühl ebenfalls nicht zu entlocken. Zum Vergleich: Beim Micra liegt der Preis für die günstige Visia-Ausstattung gut 3.000 Euro unter der Acenta-Linie.

Den Angaben zufolge wird der Leaf Visia durch 16 Zoll große Stahlfelgen, schwarze Rückspiegelkappen und Halogen-Scheinwerfer zu erkennen sein. Acenta-Versionen erhalten ab Werk 16-Zoll-Felgen in Aluminium, in Wagenfarbe lackierte Rückspiegelgehäuse, ab der B-Säule dunkel getönte Scheiben und das Carwings-System. Mit 17 Zoll großen Aluflegen, LED-Scheinwerfern, Ledersitzen, dem AVM und einem Sound-System von Bose wird der Leaf Tekna ausgestattet sein – und damit wertiger als das bisherige Modell. Die neue Farbpalette für alle Versionen umfasst sieben Außenfarben.

Äußerlich wirkt der Leaf dynamischer, die Scheinwerfer und die Seitenlinie erinnern entfernt an die Juke-Konturen. Physikalisch kommt das Modell tatsächlich windschnittiger daher: Der cw-Wert sinkt von 0,29 auf 0,28. Mehr Neues gibt es unter dem Blech, wo der Antriebsstrang nun zu einer kompakten Einheit zusammengefasst wurde. Der bisher im Kofferraum untergebrachte Inverter, der den Strom des Akkus für den E-Motor nutzbar macht, wandert unter die Fronthaube. Das Gepäckraumvolumen wächst so um 40 Liter auf 370 Liter.

Der 80 kW/109 PS starke Elektromotor sowie die Akkus bleiben unverändert. Dass die Reichweite dennoch von 175 Kilometer auf 199 Kilometer pro Akkufüllung steigen soll, erreicht Nissan durch die Modifikationen an der Karosserie und ein effizienteres Heizungssystem mit Wärmepumpe. Zu den weiteren Änderungen bei der Europaversion zählen ein an den hiesigen Geschmack angepasst Fahrwerksauslegung, bessere Sitze und ein überarbeitetes Infotainment-System.

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