Gefahren Nissan Qashqai – Update für den Crossover-Pionier

Autor: Yvonne Simon

Nissan hat seinen Volumenbringer modernisiert. Revolutionen gibt es keine, dafür bleibt der Qashqai ein angenehmer Reisebegleiter.

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Der Nissan Qashqai ist in die dritte Generation gestartet.
Der Nissan Qashqai ist in die dritte Generation gestartet.
(Bild: Simon/»kfz-betrieb«)

Ob man bei Nissan 2007 wohl geahnt hat, welcher Hype rund um das Segment der Crossover-SUVs entstehen würde? Damals führten die Japaner den Qashqai ein und damit erstmals eine alltagstaugliche Kreuzung aus Geländewagen und Pkw. Heute werfen die Hersteller bekanntermaßen SUVs in rauen Mengen auf den Markt. Die Sonderstellung des Qashqais ist längst dahin. Erfolgreich ist er aber nach wie vor.

Für den deutschen Importeur und dessen Händler ist das SUV das wichtigste Modell in der ausgedünnten Palette – mit Abstand. Zwischen Januar und August 2021 machte es mit rund 8.800 verkauften Einheiten 44 Prozent der Verkäufe aus. Dahinter kommt lange nichts. Der Micra schaffte es in derselben Zeit nur auf knapp 3.300 Einheiten.

Nissan Qashqai: 2021er Update für den Crossover-Pionier
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Entsprechend sehnsüchtig wurde die dritte Generation von den Autohäusern erwartet. Seit Juni steht sie nun in den Showrooms. Als Absatzziel nennt Nissan 20.000 Einheiten. Zur Einordnung: 2020 verkaufte Nissan 14.712 Qashqai, 2019 waren es 22.856.

Die Qashqai-Kunden will Nissan halten und ihnen nicht zu viel Neues zumuten. „Das Grundkonzept wird beibehalten“, erklärte Produktmanagerin Allegra Fistek bei der Präsentation. Trotzdem wurde das Fahrzeug natürlich an vielen Stellen modernisiert.

Von der Größe her ist der Qashqai leicht gewachsen und misst nun 4,43 Meter. Tatsächlich ist das Platzangebot für Fahrer und Beifahrer, aber auch auf der Rückbank sehr komfortabel. In Kombination mit bequemen Sitzen empfiehlt sich das Auto damit auch für längere Fahrten.

Serieller Hybrid erst 2022

Als erstes Modell in Europa steht das SUV auf der CMF-C-Plattform der Nissan-Renault-Mitsubishi-Allianz. Die neue technische Basis ermöglicht den Einsatz elektrifizierter Antriebe. Davon gibt es zunächst nur einen. Nissan bietet für den Qashqai einen 1,3-Liter-Benziner mit 12-Volt-Mildhybrid-System an, der entweder 140 oder 158 PS leistet. Die stärkere Variante gibt es wahlweise mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder der „Xtronic“-Automatik. Im ersten Halbjahr 2022 soll ein serieller Hybrid namens „E-Power“ hinzukommen. Der Benzinmotor soll bei dem System nur zur Stromerzeugung genutzt werden, die Räder treibt ein 190 PS starker Elektromotor an.

Keine Rolle bei Nissan spielen weiterhin Plug-in-Hybride. Mit dem Umweltbonus können Hersteller und Händler also nicht werben. Auch für Diesel-Fans gibt es kein Angebot mehr. Den Selbstzünder hat Nissan aus dem Programm gestrichen. Zuletzt hätten sich aber ohnehin nur noch rund zehn Prozent dafür entschieden. Der Dieselanteil sei von Jahr zu Jahr gesunken, berichtet Fistek.

Für eine Testfahrt im Taunus stellte uns Nissan den 158-PS-Benziner mit Allradantrieb und Automatikgetriebe in der Topausstattung „Tekna +“ zur Verfügung. Für den Allradler, der erst ab der mittleren Ausstattungslinie „N-Connecta“ erhältlich ist, werden sich nach Erwartung des Importeurs in Deutschland elf Prozent der Kunden entscheiden.

Ruhiges Fahrgefühl

Ausreizen konnten wir den Motor auf den stets geschwindigkeitsbeschränkten Strecken nicht. Beim Beschleunigen auf der Bundesstraße zeigte sich der Qashqai aber eher brav. Laut Datenblatt braucht das Fahrzeug 9,9 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h. Wechselt man in den Sport-Modus, spricht das SUV spürbar schneller auf das Gaspedal an.

Angenehm ist die Geräuschkulisse. Selbst beim Beschleunigen bleibt der Qashqai schön ruhig, der berühmte „Gummiband-Effekt“ bleibt aus.

Im Innenraum fällt der Blick auf drei Bildschirme: hinter dem Lenkrad auf einen 12,3-Zoll-TFT-Bildschirm, auf der Windschutzscheibe auf ein Head-up-Display und in der Mittelkonsole auf einen 9-Zoll-Touchscreen. Erfreulich ist, dass sich Heizung, Lüftung und Lautstärke nach wie vor über analoge Knöpfe regeln lassen, ohne dass der Fahrer länger abgelenkt ist.

Fünf Ausstattungsvarianten

Nissan bietet für den Qashqai fünf Ausstattungsvarianten an: Die Einstiegsvariante „Visia“ umfasst serienmäßig unter anderem 17-Zoll-Stahlfelgen, LED-Scheinwerfer, beheizbare Außenspiegel, eine Müdigkeitserkennung sowie einen Spurhalte- und Totwinkel-Assistenten. Bei der Ausstattung „Acenta“ erhalten Fahrer unter anderem eine Rückfahrkamera in Farbe, das Infotainment-System „Nissan-Connect“ und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Die Ausstattung „N-Connecta“ wird voraussichtlich die beliebteste. Sie bietet beispielsweise den 12,3-Zoll-TFT-Bildschirm, eine 360-Grad-Rundumansicht, drahtloses Apple Car Play, die Option auf In-Car-Wifi, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen und eine Einparkhilfe vorne.

Preise starten bei 26.390 Euro

Bei der Variante „Tekna“ kommt das Head-up-Display hinzu sowie unter anderem ein induktives Smartphone-Ladegerät, eine beheizbare Frontscheibe und 19-Zoll-Leichtmetallfelgen. Die Topausstattung „Tekna +“ wartet mit nahezu allem auf, was Nissan in petto hat, beispielsweise mit einer Massagefunktion für Fahrer und Beifahrer, einem Bose-Soundsystem, einem Panorama-Glasdach und Ledersitzen. Viel mehr geht nicht – nur noch 20-Zoll-Felgen oder Sonderlackierungen wären gegen Aufpreis bestellbar.

Die Preise für den neuen Qashqai starten bei 26.390 Euro. Für die Topausstattung legen Kunden mindestens 40.930 Euro auf den Tisch. Mit Allradantrieb ist das SUV ab 38.510 Euro zu haben.

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Redakteurin Management & Handel