Nissan schmeißt Ghosn aus dem Verwaltungsrat

Neue Vorwürfe gegen den Ex-Allianzchef

| Autor: dpa

Carlos Ghosn
Carlos Ghosn (Bild: Renault)

Der japanische Renault-Partner Nissan hat den kürzlich erneut verhafteten einstigen Konzernchef Carlos Ghosn aus dem Verwaltungsrat geworfen. Eine außerordentliche Aktionärsversammlung stimmte am Montag wie erwartet zu, den 65-Jährigen aus dem Gremium zu entfernen. Ghosn hatte einst aus Renault, Nissan und Mitsubishi eine mächtige Autoallianz geschmiedet. Er war vergangenen Donnerstag wegen einer neuen Anklage der Staatsanwaltschaft erneut in Untersuchungshaft in Tokio gebracht worden. Zugleich stimmten die Anteilseigner für die Aufnahme von Renaults neuem Chef Jean-Dominique Senard in den Verwaltungsrat.

Ghosn ist wegen angeblichen Verstoßes gegen japanische Börsenauflagen angeklagt und war deshalb erstmals am 19. November 2018 festgesetzt worden. Zudem soll er private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Die japanische Staatsanwaltschaft hatte Mitte der Woche den 65-Jährigen wieder in Untersuchungshaft genommen. Sie wirft ihm nun zusätzlich Missbrauch von Geldern des Autoherstellers Nissan zugunsten eines Vertriebspartners im arabischen Oman vor.

Ghosn erneut verhaftet – Anwalt spricht von „Geiselnahme“

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04.04.19 - Carlos Ghosn sitzt in Japan wieder hinter Gittern. Die Staatsanwaltschaft hat neue Vorwürfe gegen den Ex-Chef von Renault-Nissan-Mitsubishi erhoben. Ghosns Anwalt hält die Vorgänge für „extrem unangemessen“. lesen

Vor seiner erneuten Festnahme hatte der einstige Renault-Chef dem französischen Sender LCI gesagt, er appelliere an die französische Regierung, ihn zu verteidigen. Er sei als Bürger im Ausland in ein „unglaubliches Räderwerk“ geraten. Unterdessen ist Ghosns Ehefrau Carole nach einem Bericht der „Financial Times“ nach Frankreich gereist, um sich dort ins Verfahren einzuschalten. Sie appellierte an die französische Regierung, sich mehr für ihren Mann einzusetzen. „Ich glaube nicht, dass er genug Hilfe erhalten hat und er ruft nach Unterstützung“, sagte sie der britischen Zeitung.

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