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Nissan spielt erneut die Crossover-Karte

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / spx / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Der Absatz des Importeurs in Deutschland stagniert, die Ziele sind hoch. Neuen Absatzschub können sich die Händler erst ab 2013 erhoffen, wenn die in Genf gezeigte Studie Invitation in Serie geht.

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(United Pictures)
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Nissan hat sich in den vergangenen Jahren mit den Crossover-Modellen Qashqai und Juke einen Namen und vor allem unter den Autokäufern Freunde gemacht. Der noch als Studie in Genf vorgestellte Invitation soll als Nachfolger des Mini-Vans Note in einem weiteren Segment (neue) Kunden ansprechen. Allerdings kann er den Händlern erst im nächsten Jahr helfen, ihre Absatzziele zu erreichen.

Zumindest in Deutschland scheint die Verkaufsrallye zunächst vorbei. Nachdem der Marktanteil der Japaner bis auf 2,6 Prozent angestiegen war, sind die Zahlen seit September rückläufig - der Marktanteil hat sich etwa bei 2,1 Prozent eingependelt. Der Importeur Nissan Center Europe (NCE) allerdings hat andere Vorstellungen. Auf dem Genfer Salon hatte Geschäftsführer Vincent Wijnen das Ziel bekräftigt, im Jahr 2014 etwa 100.000 Einheiten hierzulande zu vermarkten - das wäre ein Marktanteil von 3 Prozent.

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Die Rückkehr des Almera

Die Ziele kommen nicht von ungefähr: Die Renault-Nissan-Allianz will ihre Stückzahlen weltweit kräftig erhöhen - und dazu müssen alle Marken und Märkte beitragen. Außerdem macht Europa vor, dass mehr für Nissan drin sein könnte. In den EU- und Efta-Staaten stellen die Japaner laut dem Herstellerverband ACEA 3,4 Prozent der Neuwagenzulassungen. Nimmt man den boomenden russischen Markt dazu, kommt der Autobauer nach eigenen Angaben sogar auf 4,1 Prozent.

In Russland spielt Nissan nun einen weiteren Trumpf und führt dort ein neues massentaugliches Modell ein, „das exklusiv für den russischen Markt entwickelt wurde und in Togliatti hergestellt wird“. Togliatti ist der Sitz des russischen Partners Avtovaz, an dem die Renault-Nissan-Allianz voraussichtlich in Kürze die Mehrheit übernehmen wird. Der Name des Volumenmodells ist übrigens „Almera“.

Damit bekommt der russische Handel ein Modell, das im resteuropäischen Portfolio eigentlich fehlt. Nach dem Produktionsende des alten Almera waren die Modelle Note und Tiida nicht wirklich erfolgreich, wenn auch Qashqai und Juke dem Handel ganz neue Kunden bescherten. Dennoch könnte die derzeitige Stagnation auch ein Zeichen für eine weitgehende Potenzialausschöpfung sein. Zudem wird der Wettbewerb enger, etwa durch den Subaru XV oder den Mazda-CX-5. „Wenn man heute durch die Ausstellung wandert, haben die meisten Hersteller entweder ein vergleichbares Modell oder planen zumindest eines“, sagte denn auch Nissans Europachef Paul Willcox am Rande des Genfer Salons. Andererseits: Im direkten Stückzahlen-Wettbewerb mit VW Golf, Polo und Co. hätte Nissan in Europa wohl kaum eine Chance.

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