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Nissan/Mitsubishi: Ghosn bezog knapp acht Millionen Euro von Tochterfirma

| Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Nissan und Mitsubishi haben sich zu den Ergebnissen einer internen Prüfung im Fall Carlos Ghosn geäußert. Der ehemalige Chef beider Autohersteller habe fast acht Millionen Euro von einer Tochterfirma bezogen. Das Führungsgremium des Konzerns will davon nichts gewusst haben.

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Carlos Ghosn sitzt seit Mitte November in Japan in Untersuchungshaft.
Carlos Ghosn sitzt seit Mitte November in Japan in Untersuchungshaft.
(Bild: Renault)

Der in Untersuchungshaft sitzende Ex-Verwaltungsratschef von Nissan und Mitsubishi, Carlos Ghosn, soll nach firmeninternen Untersuchungen Gelder einer niederländischen Tochterfirma ohne Kenntnis des Führungsgremiums erhalten haben. Das sei das Ergebnis einer gemeinsamen internen Prüfung, wie beide Renault-Partner am Freitag bekanntgaben.

Ghosn habe von der Nissan-Mitsubishi B.V. (NMBV) rund 7,8 Millionen Euro an Entschädigungsgeldern ohne Absprache mit dem Vorstand des Gemeinschaftsunternehmens bezogen. „Anderes verdächtiges, illegales Verhalten“ habe man nicht feststellen können, erklärte Mitsubishi Motors in seiner Mitteilung.

Die niederländische Tochter war 2017 gegründet worden, um die Synergieeffekte der Allianz von Nissan und Mitsubishi zu stärken. Zu diesem Zweck hätten beide Konzerne rund 15,6 Millionen Euro an die Tochter gezahlt. Ghosn habe von dem Geld „illegal zwischen April und November vergangenen Jahres etwa 7,82 Millionen Euro kassiert“, erklärte Mitsubishi. Basis hierfür soll eine zwischen Ghosn und einer unberechtigten Person getroffene Beschäftigungsvereinbarung für Ghosn als Direktor der Tochter gewesen sein.

Ghosn und einige für Nissan arbeitende Manager hätten entsprechende Anweisungen erteilt. Die Direktoren Saikawa und Masuko hätten keine Entschädigungen erhalten. Eine Anklage wegen der neuen Anschuldigungen gibt es bislang nicht.

Ghosns Anwalt fordert erneut Freilassung auf Kaution

Der 64-jährige Ghosn war am 19. November wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen worden. Zudem soll er laut Staatsanwaltschaft private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Nur wenige Tage nach seiner Festnahme hatten ihn Nissan und Mitsubishi Motors als Verwaltungsratschef gefeuert. Bei Renault ist Ghosn aktuell noch Chef, auch dort steht seine Ablösung aber bevor.

Unterdessen hat Ghosns Anwalt erneut die Freilassung seines Mandanten gegen eine Kautionszahlung gefordert. Er reichte am Freitag beim Bezirksgericht in Tokio einen entsprechenden Antrag ein. Das Gericht hatte Ghosn schon zuvor eine Entlassung aus dem Gefängnis verweigert, einen Einspruch dagegen lehnte das Gericht erst am Donnerstag ab.

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