Notrufsäulen werden trotz Smartphones noch genutzt

E-Call wird Nutzung weiter zurückdrängen

| Autor: sp-x

Notrufsäulen an den Autobahnen werden noch immer genutzt, auch wenn sie seltener zum Einsatz kommen.
Notrufsäulen an den Autobahnen werden noch immer genutzt, auch wenn sie seltener zum Einsatz kommen. (Bild: GDV)

Trotz der großen Verbreitung von Mobiltelefonen werden Notrufsäulen an Autobahnen noch häufig genutzt: Rund 60.000 Mal riefen Autofahrer im vergangenen Jahr über eine der orangenen Säulen um Hilfe. Knapp drei Viertel der deutschlandweit 16.890 Notrufsäulen wurden 2017 mindestens einmal für einen Notruf, eine Pannen- oder Gefahrenmeldung genutzt, meldet die Dienstleistungs-GmbH des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft (GDV), die in Hamburg alle eingehenden Notrufe betreut.

Allerdings geht die Nutzung weiter deutlich zurück. Im Jahr 2016 hatten die Autofahrer die Säulen noch für 52.803 Notrufe genutzt, sowie für 17.204 Warnungen zu akuten Gefahren wie Gegenständen auf der Fahrbahn, Böschungsbränden, Falschfahrern oder Fußgängern und Radfahrern auf einzelnen Autobahnabschnitten. Im Jahr 2017 wurden noch 47.759 Notrufe zu Pannen und Unfällen abgesetzt (- 9,5 %) sowie 12.256 Gefahrenmeldungen (- 29 %).

Künftig dürfte sich die Nutzung der Säulen nochmals deutlich verringern, denn durch den nun für neue Autos verpflichtenden, europäischen Dienst E-Call rufen Autos selbst um Hilfe. Für ältere Fahrzeuge gibt es einen nachrüstbaren Unfallmeldedienst. Erkennen die Systeme einen schweren Crash, wird automatisch die Notrufzentrale alarmiert.

Vor allem wegen der automatischen exakten Ortung der Hilfesuchenden sind die Säulen für die Helfer praktisch. Die Notrufsäulen stehen ungefähr alle zwei Kilometer auf beiden Seiten der Autobahnen. Auf den weißen Leitpfosten am Straßenrand weist ein schwarzer Pfeil den Weg zur nächstgelegenen Notrufeinheit.

Die am häufigsten genutzte Notrufsäule steht an der Autobahn A9 in Richtung Berlin, kurz vor der Ausfahrt Plech: Sie wurde 262 Mal von Hilfesuchenden genutzt. In diesem Bereich gibt es auf sieben Kilometern Länge noch bis Mitte 2018 eine Großbaustelle. Auf jeden der 12.996 Autobahnkilometer in Deutschland entfielen im Schnitt 3,7 Notrufe. Die höchste Notrufdichte gab es wieder aus Hamburg zu vermelden. Die kurze A255, ein Autobahnzubringer zwischen der Hansestadt (Abzweigung Veddel) und der A1, liegt mit 8 Anrufen pro Kilometer an der Spitze.

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