NRW-Ministerin zeigt Wege gegen Fachkräftemangel

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

Mit der richtigen Bildungspolitik kann dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden, sagt NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann den Mitgliedern des Kfz-Landesverbands Nordrhein-Westfalen.

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NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann sprach bei der Mitgliederversammlung des Kfz-Landesverbands Nordrhein-Westfalen.
NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann sprach bei der Mitgliederversammlung des Kfz-Landesverbands Nordrhein-Westfalen.
(Foto: Baeuchle)

Ein gemeinsames Vorgehen gegen den drohenden Fachkräftemangel fordert NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann. „Wir brauchen alle jungen Menschen, wir können uns keine hoffnungslosen Fälle leisten“, sagte die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin auf der Mitgliederversammlung des Kfz-Landesverbands Nordrhein-Westfalen in Oberhausen.

Das Leitbild der Landesregierung sei eine Schule der Zukunft, die wohnortnah ist, alle Kinder aufnimmt und den Talenten und Begabungen der Jugendlichen gerecht wird. Damit will die Ministerin der Situation in Nordrhein-Westfalen begegnen:

  • Im Flächenland sinken in den nächsten Jahren die Schülerzahlen je nach Region um über 20 Prozent
  • Das Schulwahlverhalten der Eltern hat sich in den vergangen Jahren wesentlich geändert: Im laufenden Jahr wechselt nicht einmal mehr jeder zehnte Schüler von der Grundschule auf eine Hauptschule. Stattdessen gewinnen Gesamt- und Sekundarschule an Bedeutung.

Abschluss braucht Anschluss

Vor allem beim Übergang von der Schule ins Berufsleben will die Landesregierung die Jugendlichen stärker unterstützen. „Kein Abschluss ohne Anschluss“, fasste es Löhrmann zusammen. Zusätzliche 500 Lehrerstellen sollen die Studien- und Berufswahl verbessern. Zugleich wies die Schulministerin die Unternehmer darauf hin, dass die Nachwuchskräfte mit dem Eintritt in die Ausbildung erst am Anfang ihres Berufslebens stehen und entsprechende Unterstützung brauchen.

Zudem will die Grünen-Politikerin verstärkte Maßnahmen gegen den grassierenden Unterichtsausfall ergreifen. „Die Landesregierung verfolgt eine breite Strategie, um den Lehrermangel am Berufskolleg anzugehen“, betonte Löhrmann. Neben einer Kampagne für Lehrerwerbung und Gewinnung von Nebenberuflern will die Ministerin die Kooperationen zwischen Fachhochschulen und Universitäten systematisch ausbauen und weitere Lehrer durch Zertifikatskurse qualifizieren.

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Um für die Zukunft gerüstet zu sein, hat der Kfz-Landesverband seinen Grundbeitrag um acht Euro erhöht. Damit sieht sich der Verband für anstehende Großaufgaben wie die Realisierung der Meister-HU gut gerüstet. „Das Kfz-Gewerbe wird nicht nachgeben“, kündigte Präsident Ernst-Robert Nouvertné an. „Sollte die Einführung der Meister-HU 2013 im ersten Anlauf scheitern, so warten wir auf unsere nächste Chance im Jahr 2015“, sagte der Verbandspräsident.

Gewerbe will „duales System“

Zugleich aber betonte Nouvertné, dass die Meister-HU die traditionellen Überwachungsorganisationen nicht ersetzen, sondern den Kfz-Betrieben eine Alternative bieten soll: „Wir wollen das duale System.“ Er sieht für die Meister-HU ein Potenzial von 10 bis 20 Prozent. Das Kfz-Gewerbe habe das Know-how und jahrelange Erfahrung mit technischer Fahrzeugüberwachung. Bevor die Meister-HU jedoch konkret umgesetzt werden könne, seien noch Fragen zur persönliche Qualifikation, der betrieblichen Ausstattung sowie zur Überwachung der HU-Betriebe und deren statistische Dokumentation zu klären.

Nouvertné bereitete die Zuhörer auf ein schwieriges Autojahr 2013 vor.„Der Neuwagenmarkt geht im kommenden Jahr zurück, falls er nicht geschönt wird.“ Allerdings könne auch bei nurmehr 2,9 bis 3,1 Millionen Pkw-Neuzulassungen nur schwerlich von einer echten Krise gesprochen werden. „Die Zahlen stimmen immer noch, aber die Erträge nicht mehr.“ Dabei erneuerte der Verbandspräsident vor allem seine Kritik an der hohen Zahl der Eigenzulassungen, den Online-Neuwagenvermittlern und Werkstatt-Portalen im Internet sowie überzogenen Rabatten.

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