Mitsubishi L200: Aufgefrischtes Arbeitstier soll deutlich zulegen

Preise beginnen bei 29.690 Euro

| Autor: Yvonne Simon

Mit neuem Gesicht startet der Mitsubishi L200 in die neue Modellgeneration.
Mit neuem Gesicht startet der Mitsubishi L200 in die neue Modellgeneration. (Bild: Simon/»kfz-betrieb«)

Pick-ups sind hierzulande nach wie vor ein seltener Anblick. Bis zu 30.000 Einheiten werden pro Jahr in Deutschland zugelassen. Doch das Interesse an den Lademeistern steigt: bei der Präsentation der sechsten Generation des Mitsubishi L200 erklärte der Friedberger Importeur, dass sich pro Jahr regelmäßig zwischen acht und zehn Prozent mehr Käufer für ein Fahrzeug aus jenem Segment entscheiden.

Dementsprechend traut Mitsubishi seinem überarbeiteten Offroader im kommenden Jahr 2.500 Einheiten zu, also einiges mehr als die zuletzt verkauften 2.200 Fahrzeuge. Die Abnehmer werden den L200 klassischerweise überwiegend beruflich nutzen – der Importeur rechnet mit einem Gewerbekundenanteil von 80 Prozent.

Hauptsächlich werden Handwerker, Rettungsdienste, Jäger und Förster auf den L200 bauen. Letztere werden auch einen erheblichen Anteil unter den privaten Anmeldungen ausmachen, so dass sich die rein private Nutzung auf 10 bis 15 Prozent beschränken dürfte. Dazu passt, dass Mitsubishi den Pick-up nach wie vor in erster Linie als robustes, zuverlässiges Arbeitstier am Markt positionieren möchte und explizit nicht als Lifestyle-Gefährt. Zubehör und Umbauten werden daher eine große Rolle spielen. Zur Umsetzung von Umbauten kooperiert Mitsubishi mit Kunath Fahrzeugbau.

Beim Rundgang um das Fahrzeug, das der Importeur bei der Präsentation extra neben einem L200 der vorherigen Generation geparkt hat, fällt zunächst die deutlich veränderte Front auf. Die Motorhaube ist ein Stück nach oben gewandert und auch die Scheinwerfer haben die Japaner höher platziert, um sie besser vor Beschädigung im Gelände zu schützen. Außerdem hat der Hersteller das Heck überarbeitet, das nun kantiger wirkt.

Zulassung für 3,5 Tonnen Anhängelast in Arbeit

Je nachdem, ob sich der Käufer für die Variante mit Doppelkabine oder die Club-Cab-Version entscheidet, ist die Ladefläche wie gehabt zwischen 1,52 und 1,85 Meter lang. Optional ist als Alternative zur Laderaumwanne aus Kunststoff oder Aluminium eine Laderaumbeschichtung verfügbar. Ebenfalls optional erhältlich ist eine Anhängekupplung. Die zulässige Anhängelast des Pick-ups beträgt zunächst 3,1 Tonnen. Man arbeite aber an der Zulassung für 3,5 Tonnen, heißt es vom Importeur.

Im Innenraum hat sich auf den ersten Blick wenig verändert, die Optik wurde hauptsächlich durch Dekorelemente leicht aufgefrischt. Zu den angebotenen Assistenzsystemen gehören unter anderem ein Auffahrwarnsystem mit Fußgängererkennung, eine 360-Grad-Kamera, ein Notbremsassistent sowie ein Fernlicht, Totwinkel- und Ausparkassistent.

Der Pick-up rollt in den drei Ausstattungslinien Basis, Plus und Top vor. Die Basis-Variante, für die sich dem Importeur zufolge voraussichtlich 30 Prozent der Käufer entscheiden werden, kommt unter anderem mit Lederlenkrad und –schaltknauf, elektrischen Fensterhebern und einem Multiinformationsdisplay. Optional ist ein Komfort-Paket verfügbar, zu dem unter anderem eine Bluetooth-Schnittstelle, ein Multifunktionslenkrad und eine Sitzheizung vorne gehören. Die Club-Cab-Version steigt preislich bei 29.690 Euro ein. Mit Doppelkabine beginnt die Preisliste bei 31.490 Euro.

Die mittlere Plus-Ausstattung wird nach Erwartung von Mitsubishi die beliebteste: 60 Prozent der Käufer werden sich demnach dafür entscheiden und erhalten für mindestens 34.890 Euro dann unter anderem LED-Rückleuchten, eine Rückfahrkamera, Licht- und Regensensor, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen und einen Spurhalteassistenten. Für die Topversion, die voraussichtlich 10 Prozent der Käufer anziehen wird, werden mindestens 43.390 Euro fällig. Sie verfügt über eine Lederausstattung, einen elektrischen Fahrersitz, ein beheizbares Lenkrad und die 360-Grad-Kamera.

Intro-Edition zum Start

Zur Einführung lockt Mitsubishi außerdem noch bis zum 31. Dezember 2019 mit einer speziellen Intro-Version, die auf der Plus-Ausstattung aufbaut und zusätzlich LED-Scheinwerfer, 2-Zonen-Klimaautomatik und zusätzliche Assistenzsysteme bietet. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt mit Schaltgetriebe bei 37.990 Euro, mit empfohlenem Einführungsrabatt von 4.000 Euro beträgt der Einführungspreis noch 33.990 Euro.

Unter der Motorhaube des L200 steckt ein 2,2-Liter-Turbodiesel mit 110kW/150 PS und einem maximalen Drehmoment von 400 Newtonmetern. Den Vierzylinder, der die Abgasnorm Euro-6d-Temp-Evap erfüllt und mit anderen Leistungsdaten bereits im Eclipse Cross zum Einsatz kommt, gibt es entweder in Kombination mit einem Schaltgetriebe oder neu mit einer 6-Gang-Wandlerautomatik.

Für den Einsatz im Gelände steht entweder ein kupplungsgesteuerter, zuschaltbarer Allradantrieb oder ab der Plus-Ausstattungslinie ein differentialgesteuertes, permanentes Allradsystem zur Wahl. Durch verschiedene, per Drehschalter anwählbare Antriebsmodi ist der Pick-up für verschiedene Gegebenheiten im Gelände gerüstet. Für extremste Bedingungen steht beispielsweise eine Antriebsform mit gesperrtem Mittendifferenzial und Geländeuntersetzung zur Verfügung.

Auf einem Offroad-Parcours nahe Berlin arbeitete sich der L200 zuverlässig über jeden Untergrund, unter anderem ging es einen Wasserfall mit 38 Prozent Gefälle hinab. Eine neue Bergabfahrhilfe sorgt bei steilen Abfahrten für eine gleichmäßige Geschwindigkeit. Hinzu kommt eine neue Traktionskontrolle mit vier Fahrmodi für Schotter, Schnee, Sand und steinige Untergründe. Zum sicheren Fahrgefühl trägt die trotz der Größe des Fahrzeugs gute Rundumsicht bei. Die Fahrzeugabmessungen sind für den Fahrer nach allen Seiten gut einzuschätzen.

Im Handel ist der L200 bereits seit Ende August erhältlich. Die Basis-Variante wird allerdings erst ab November ausgeliefert.

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