Autohandel in Baden-Württemberg Öffnen und testen, testen, testen

Autor: Doris Pfaff

Mit seinem Pilotprojekt sorgt die baden-württembergische Stadt Tübingen derzeit für Aufsehen. Der gesamte Einzelhandel und die Außengastronomie stehen Kunden in den nächsten drei Wochen offen, sofern sie einen tagesaktuellen Test vorlegen. Dieses Modell fordert das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg für das gesamte Bundesland.

Firmen zum Thema

Das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg setzt auf Schnelltests. Betriebe sollen ihre Mitarbeiter testen lassen. Wenn der Bund Testkits zur Verfügung stellen würde, könnten auch Kunden im Autohaus getestet werden.
Das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg setzt auf Schnelltests. Betriebe sollen ihre Mitarbeiter testen lassen. Wenn der Bund Testkits zur Verfügung stellen würde, könnten auch Kunden im Autohaus getestet werden.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

In Rheinland-Pfalz, das Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen haben die Autohäuser landesweit geöffnet, in anderen Bundesländern dürfen Kunden teilweise nur nach Terminvereinbarung in den Schauraum. Noch. Denn die Inzidenzzahlen steigen deutlich an und einige Landkreise haben bereits die zwischen Bund und Länder vereinbarte Notbremse gezogen.

Das heißt, in mehreren Landkreisen etwa in Baden-Württemberg, Bayern und großen Teilen von Sachsen mussten die Autohändler wieder mit Flatterbändern ihre Verkaufsflächen absperren. Weil dort die Sieben-Tages-Inzidenz über 100 liegt, geht noch nicht einmal mehr Click-and-Meet.

Vor diesem Hintergrund sorgt Tübingen für Schlagzeilen. Seit dieser Woche darf in der Tübinger Innenstadt der gesamte Handel, inklusive der Außengastronomie und kulturelle Einrichtungen wie Kino und Theater für Tübinger Bürger öffnen, sofern diese einen tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest vorweisen.

Ein solches Tagesticket erhalten die Kunden an mehreren Teststellen kostenlos in der Innenstadt. Außerhalb des Testgebiets, beispielsweise im Gewerbegebiet von Tübingen, dürfen Unternehmen, darunter der Autohandel, sich beteiligen, wenn sie selbst testen. Der Pilotversuch dauert drei Wochen und wird vom Universitätsklinikum Tübingen wissenschaftlich begleitet.

Kfz-Gewerbe fordert: Projekt ausweiten

Den Tübinger Weg fordert das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg für den gesamten Einzelhandel und damit auch für den Autohandel. „Nachdem sich jetzt abzeichnet, dass die Öffnung des Einzelhandels auf Basis von Inzidenzwerten auf Sicht nicht garantiert werden kann, fordern wir eine inzidenzunabhängige Öffnung des Automobilhandels in Baden-Württemberg auf der Basis von Schnell- oder Selbsttests“, sagte Michael Ziegler, Präsident des Kfz-Verbands Baden-Württemberg.

Das Projekt soll auf das ganze Bundesland ausgeweitet werden, weil die Inzidenzzahlen allein nichts über das über das Infektionsgeschehen in einzelnen Bereichen aussagten, so Ziegler. Autohäuser seien beispielsweise auch nach den Auswertungen des Robert-Koch-Instituts keine Infektionshotspots.

Parallel ruft der Verband die Autohäuser auf, ihre Beschäftigten vor dem Kundenkontakt ebenfalls testen lassen. Die geltenden Hygienekonzepte werden natürlich weiter eingehalten und die Kontaktdaten der Kunden – idealerweise über die Luca-App – erfasst. In drei Landkreisen werde die App bereits eingesetzt. Laut Plänen des Sozialministeriums sollen alle Gesundheitsämter daran angeschlossen werden, damit sie die von der App erfassten Daten auslesen können. „Wir sind gerne auch unterstützend tätig, wenn unsere Betriebe vom Land oder Bund Testkits bekommen. Das nötige Knowhow können die Ersthelfer, die in den Betrieben vorhanden sind, auf alle Fälle durch Schulungen erwerben“, sagte Ziegler.

(ID:47295791)

Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik