Autoservicetage „Ohne Händlervertrag läuft es besser“

Autor Jan Rosenow

Für Kfz-Unternehmer, die ihren Händlervertrag verlieren, bricht oft eine Welt zusammen. Doch für VW-Partner Rüdiger Koch war es der Anlass, erst richtig durchzustarten. Auf den Autoservicetagen erzählt er seine Geschichte.

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Autos verkauft das Autohaus Koch natürlich weiterhin – aber jetzt von allen Marken, die man gern verkaufen will.
Autos verkauft das Autohaus Koch natürlich weiterhin – aber jetzt von allen Marken, die man gern verkaufen will.
(Bild: Rosenow/»kfz-betrieb«)

Die Markenpartnerschaft ist für die allermeisten Autohändler weit mehr als nur ein Schild an der Wand. Oft sind sie „ihrer“ Marke seit Jahrzehnten treu, meist über Generationen hinweg. Doch umgekehrt ist es mit der Treue manchmal nicht so weit her. Immer wieder rollen Netzkündigungen durch das Land und beenden Partnerschaften, in die der Händler oft genug erst vor Kurzem viel Geld investiert hat. Oder die geforderten Standards werden so teuer, dass sich die Frage stellt, ob sich die Markenbindung betriebswirtschaftlich überhaupt lohnt.

Bei Rüdiger Koch, zusammen mit seiner Frau Zaklina Geschäftsführer eines traditionsreichen Autohauses mit langer VW-Bindung, kam dieser Tag Ende 2019: „Damals sagte uns der Hersteller, dass wir nicht mehr ins Netz passen. Das war zuerst erschreckend“, erinnert sich Rüdiger Koch. Doch schnell begann er, die neue unternehmerische Freiheit positiv zu sehen. Mittlerweile ist er sich sicher, dass der Betrieb besser dasteht als zu Zeiten der Partnerschaft mit dem Konzern. Wie sie es geschafft haben, ihr Autohaus als reinen Servicepartner trotzdem in der bestehenden Größe zu erhalten, darüber berichten Zaklina und Rüdiger Koch auf den Autoservicetagen am 30. November 2021. Dieser Vortrag ist aber nur ein Highlight aus dem vielfältigen Vortragsprogramm, das die Besucher der Autoservicetage erwartet. Weitere Referenten sind:

  • Dominic Seeberger von der Unternehmensberatung Bain & Company, der erklärt, von welchen lieb gewonnenen Produktgruppen sich Autohäuser verabschieden müssen,
  • Simon Metzner von der Unternehmensberatung Eccelerate, der Hersteller-Service-Apps mit Apps für Autohäuser verglichen hat,
  • Tim Rüttgers vom Verband der Campinghersteller (CIVD), der das Umsatzpotenzial im Wohnmobilservice beschreibt,
  • Frank Kirchgäßner vom Autohaus Kunzmann, der erklärt, wie er durch einen Softwareroboter Zeit bei der Auftragsvorbereitung spart
  • und Mario Böhm vom Autohaus Senger, der Tipps zur Digitalisierung des Serviceprozesses gibt.

Die Herausforderungen der Branche diskutieren

Die Autoservicetage 2021 stehen unter dem Motto: „Die Zukunft des Service: Vernetzt, digital – und ohne Händler?“ Am 30. November versammeln sich Inhaber und Serviceleiter aus Autohäusern, Zulieferer und Dienstleister aus der Branche und andere Experten in Würzburg, um über die Herausforderungen der Branche zu diskutieren und sich neue Anregungen für ein zukunftsfähiges Servicegeschäft zu holen. Partner der Autoservicetage ist die Sachverständigenorganisation Dekra.

Informationen zum Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Die Autoservicetage finden in diesem Jahr als Präsenzveranstaltung mit digitaler Komponente statt. Interessenten können sich also entscheiden, ob sie persönlich nach Würzburg kommen oder den Kongress auf einer eigens eingerichteten Internetplattform verfolgen möchten. Für das Event gilt die 2G+-Regel. Diese sieht vor, dass ausschließlich Geimpfte und Genesene Zugang erhalten, die sich zusätzlich einem Schnelltest unterzogen haben. Allerdings sind hier noch Änderungen möglich, abhängig von den Corona-Regeln der lokalen Behörden, die zum Veranstaltungszeitpunkt gelten.

Anregungen aus dem Service Award mitnehmen

Weitere Anregungen gibt es für Teilnehmer bereits am Vorabend des Kongresstages. Denn dann findet die Verleihung des Service Awards statt, der wichtigsten markenübergreifenden und herstellerneutralen Auszeichnung für das Werkstattgeschäft in Deutschland. Insgesamt zehn Betriebe unterschiedlichster Größe – vom Familienbetrieb mit einem Standort bis hin zur Autohausgruppe mit Konzernstrukturen – werden bei dieser Veranstaltung vorgestellt und ausgezeichnet.

Die Jury des Service Awards, zu der neben Vertretern der Redaktion »kfz-betrieb« auch Expertinnen und Experten des Sponsors Loco-Soft gehören, haben diese Unternehmen wegen ihrer zukunftsfähigen Servicestrategie und ihrer umfassenden Digitalisierung für die Top Ten ausgewählt. Teilnehmer der Autoservicetage können die Abendgala kostenlos besuchen. Mehr Informationen finden Sie hier.

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