Ineos Grenadier Ohne Reichweiten-Sorge mit Wasserstoff-Antrieb ins Gelände

Autor Andreas Grimm

Der Grenadier soll die Marktlücke echter Geländewagen mit hoher Reichweite neu beleben. Mit Elektroantrieb lässt sich das Konzept nicht verwirklichen. Damit die Ökologie nicht unter die Räder kommt, nutzen die Briten künftig eine andere Antriebsalternative.

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Der Ineos Grenadier soll ab 2022 auch mit Wasserstoffantrieb erprobt werden.
Der Ineos Grenadier soll ab 2022 auch mit Wasserstoffantrieb erprobt werden.
(Bild: Ineos)

Schneller als erwartet ergänzt die im Aufbau befindliche Geländewagenmarke Ineos Automotive ihr Antriebskonzept um einen alternativen Antrieb: den Wasserstoff. Wie der Gründer des Fabrikats und Chef des gleichnamigen Chemiekonzerns Ineos, Jim Ratcliffe, sagte, soll der Geländewagen Grenadier künftig auch mit Wasserstoff-Brennstoffzellen als umweltfreundliche Antriebslösung erhältlich sein.

Laut einer Pressemitteilung vom Montag soll ein Konzeptfahrzeug des Grenadier mit Wasserstoff-Brennstoffzelle bis Ende 2022 getestet werden, um zu bewerten, wie die Technologie am besten angepasst und integriert werden kann. Britischen Presseberichten zufolge soll die H2-Technik dabei von Hyundai zugeliefert werden. Ziel sei mit dem Wasserstoff-Grenadier eine Reichweite zu schaffen, für die einst „der Land Rover Defender der alten Schule geboren wurde“.

Vor wenigen Wochen bei der Vorstellung des Vertriebskonzepts des Grenadier, hatte Europa-Vertriebschef Klaus Hartmann das Thema Brennstoffzelle noch als „langfristig im Blick der Entwickler“ bezeichnet. Zunächst soll der Grenadier mit je einem Diesel- und Benziner-Aggregat von BMW starten – und mithilfe des Motorenpartners mittelfristig auch die Euro-7-Norm schaffen.

Dass der Grenadier künftig mit Wasserstoff betrieben wird, liegt nahe. Ineos ist als Chemiekonzern unter anderem als Betreiber von Elektrolyse-Anlagen zur Herstellung von Wasserstoff mit dem Gas bestens vertraut. Nach eigenen Angaben nutzt der Konzern bereits 400.000 Tonnen kohlenstoffarmen Wasserstoff pro Jahr, was dem Ersatz von bis zu 2 Milliarden Litern Diesel entspricht. Aktuell hat Ineos angekündigt, weitere Milliarden Euro in neue Produktionsanlagen für grünen Wasserstoff in ganz Europa zu investieren.

Dies geschieht nicht zuletzt mit Blick auf den Verkehr. Wasserstoff sei für längere Fahrten und schwerere Lasten viel besser geeignet als Elektroautos, sagte Ratcliffe im Vorfeld der Klimakonferenz vom 31. Oktober bis 12. November in Glasgow (COP 26). An die Adresse der Regierungen richtete er die Forderung nach „sofortigen Investitionen in Wasserstoffverteilung und Wasserstofftankstellen“.

Hintergründe zu Ineos und dem Grenadier:

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