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Oktober-Absatz: VW belastet nicht nur WLTP

| Autor: Christoph Seyerlein

In Europa leidet der VW-Absatz weiter unter den WLTP-Engpässen, aber auch an anderer Stelle brennt es bei den Wolfsburgern: In China, dem mit Abstand wichtigsten Markt für das Fabrikat, trübt der Handelskonflikt mit den USA die Stimmung. Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann übt sich dennoch in Optimismus.

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VW hat im Januar 533.500 Neuwagen verkauft.
VW hat im Januar 533.500 Neuwagen verkauft.
(Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

VW hat im Oktober deutlich weniger Neuwagen ausgeliefert als im Vorjahresmonat. Die 516.900 Einheiten bedeuteten einen Rückgang von 6,2 Prozent, wie der Hersteller am Freitag mitteilte. Die Wolfsburger haben aktuell mit gleich mehreren Problemen zu kämpfen, die sie in ihrer Pressemitteilung auch eingestanden.

In Europa (-7,1 % im Oktober) bekommt VW weiter die Auswirkungen der eigenen Schwierigkeiten mit der Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP zu spüren. Volkswagen-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann übt sich bei jenem Thema aber in Optimismus: „Wir kommen bei der WLTP-Umstellung unseres Modellportfolios gut voran, sodass unsere Auslieferungen in Europa im Oktober deutlich weniger beeinträchtigt waren als noch im September. Wir erwarten, dass sich diese Erholung im November und Dezember fortsetzt.“

Problematisch ist für den Hersteller aber auch die aktuelle Durststrecke in China. Der Absatz im für VW wichtigsten Markt brach im Oktober um 9,8 Prozent ein. Allgemein verzeichnet die Branche in China aktuell eine Kaufzurückhaltung und führt das vor allem auf den anhaltenden Handelskonflikt des Landes mit den USA zurück.

Es gab aber auch Lichtblicke in der Oktober-Bilanz der Wolfsburger. In Brasilien hat die Marke weiter starken Rückenwind, im zurückliegenden Monat lieferte VW dort mit 35.600 Einheiten 61,8 Prozent mehr aus als vor Jahresfrist. Auch in Russland legte das Fabrikat deutlich zu (+23,9 %), allerdings bei einem nach wie vor überschaubaren Volumen (9.900 Einheiten). Im allgemein komplizierten US-Markt kam VW dank seiner SUVs Atlas und Tiguan um 4,6 Prozent voran (29.000 Einheiten).

Im Gesamtjahr liegt VW mit 5.139.800 Auslieferungen nach zehn Monaten trotz der jüngsten Schwierigkeiten 1,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für Stackmann ist jener „Rekordwert“ vor jenem Hintergrund „umso erfreulicher“.

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