Oldtimer-Fahrer können kräftig Kfz-Steuern sparen

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Oldtimer werden meist nur wenige Monate im Jahr gefahren. Dennoch wollten die Zulassungsstellen eine Kombination aus Saison- und H-Kennzeichen nicht genehmigen. Dass das sehr wohl geht, hat der Bundesrat nun klargestellt.

Anbieter zum Thema

Wir der Oldtimer nur in einem Teil des Jahres bewegt, ist künftig ein Saisonkennzeichen erwägenswert.
Wir der Oldtimer nur in einem Teil des Jahres bewegt, ist künftig ein Saisonkennzeichen erwägenswert.
(Bild: GTÜ)

Oldtimer-Besitzer werden künftig deutlich entlastet zahlen, wenn sie ihr Fahrzeug mit einem Saisonkennzeichen zulassen und damit ihre Kfz-Steuer reduzieren. Das dürfte für die meisten Oldtimer-Halter kein Problem sein, da die automobilen Schätzchen in der nassen Jahreszeit in der Regel gepflegt, aber nicht bewegt werden.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, nur war die praktische Umsetzung des Saisonkennzeichens für historische Fahrzeuge alles andere als trivial, denn die Kombination einer Saison- und einer H-Kennzeichnung galt bislang als unzulässig. Oder bewegte sich zumindest in einer juristischen Grauzone, denn ausdrücklich verboten war diese Kombination nicht, aber auch nicht als Möglichkeit in der Zulassungsverordnung genannt.

Sachs Franken Classic 2016
Bildergalerie mit 61 Bildern

Nun hat der Bundesrat Klarheit geschaffen. In seiner Sitzung vom 10. Februar beschloss die Länderkammer eine Ergänzung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV). Künftig heißt es in § 9 Absatz 3: „Auch Oldtimerkennzeichen nach Absatz 1 […] können als Saisonkennzeichen zugeteilt werden.“ Die KÜS weist allerdings darauf hin, dass noch ein paar Wochen dauern wird, bevor die Verordnung in die Praxis umgesetzt wird. Dies geschieht in der Regel mit der Veröffentlichung der Bundesratsverordnung im Amtsblatt.

Wie umstritten die Kombination der beiden Kennzeichenarten war, zeigt eine weitere Passage aus dem Beschluss des Bundesrats, den die Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ (AMS) auf ihrer Webseite zitiert: „Mit der Neufassung von Satz 4 soll klargestellt werden, dass die Kombination von Oldtimerkennzeichen und Saisonkennzeichen zulässig ist. Stimmen in der Literatur hatten anderes aus einer älteren Gesetzesbegründung hergeleitet. Für ein Verbot dieser Kombination ist aber kein sachlicher Grund ersichtlich“, heißt es demnach im Bundesratsbeschluss.

Von dieser Klarstellung können annähernd 400.000 Halter von Oldtimern (Pkw und Motorräder) profitieren. Viele haben ihr Fahrzeug mit einem H-Kennzeichen angemeldet, wofür pauschal eine jährliche Kfz-Steuer von 46,02 Euro für Motorräder und 191,73 Euro für alle anderen Kfz fällig wird. Für Oldies mit kleinem Hubraum konnte es daher bisher günstiger sein, auf ein H-Kennzeichen zu verzichten. Das könnte sich mit einem Saison-H-Kennzeichen nun ändern.

Wegen der Klarstellung in der FZV rechnet der Bund laut „AMS“ mit Kfz-Steuer-Mindereinnahmen von 10 Millionen Euro im laufenden Jahr und 20 Millionen Euro jährlich ab 2018. Hinzu kämen nicht abschätzbare Einbußen bei der Versicherungssteuer. Das Aufkommen aus der Kfz-Steuer von Oldtimern beträgt aktuell jährlich rund 72 Millionen Euro.

(ID:44540712)