Oldtimer: Kein schnelles Geschäft

Autor / Redakteur: Die Fragen stellte Joachim von Maltzan / Joachim von Maltzan

Das Geschäft mit den alten Autos kann Spaß machen, muss aber sinnvoll vorbereitet sein, sonst drohen schnell hohe Verluste. Der Berater Martin Sölter plädiert für einen langen Atem und eine genau konzipierte Unternehmensstrategie.

„Ohne genaue vorherige Potenzialanalyse würde ich keinem raten, mit diesem Geschäft anzufangen.“
„Ohne genaue vorherige Potenzialanalyse würde ich keinem raten, mit diesem Geschäft anzufangen.“
(Bild: Sölter)

Redaktion: Immer mehr Kfz-Unternehmer entdecken das Geschäft mit Klassikern als zusätzliches Standbein für ihren Betrieb. Was antworten Sie denen, die fragen, ob es sich um ein lukratives Geschäft handelt?

Martin Sölter: Es gibt Autohäuser und Werkstätten im Markt, die mit dem Geschäftsbereich gutes Geld verdienen. Das sind in der Regel etablierte Unternehmen, die bereits seit mehreren Jahren den Markt kompetent bedienen. Die Reparatur und Pflege von sowie der Handel mit Young- und Oldtimern ist kein Geschäft mit schnellen Erfolgen. Es erfordert ein Konzept, den professionellen Markteintritt und systematischen Aufbau.

Wie schätzen Sie den Markt aktuell ein? Ist er inzwischen gesättigt oder gibt es noch Luft nach oben?

Der Markt wächst nach wie vor in Bezug auf das Volumen der relevanten Fahrzeuge, wobei das Reparaturvolumen aber stagniert. Es kommen immer mehr Fahrzeuge aus den Neunzigerjahren in das maßgebliche Alter. Dabei handelt es sich um Volumenmodelle wie den VW Golf, BMW 3er oder die Baureihe W124 von Mercedes-Benz. Die Sammler- oder Premiumfahrzeuge haben kurzfristig wenig Luft nach oben. Das Mengenwachstum wird getragen von bezahlbaren Alltagsklassikern im Preissegment bis 20.000 Euro.