Oldtimerbranche: Wechseljahre

Der Boom im Handel vorbei, das Nachwuchsproblem im Handwerk ungelöst, die Interessenvertreter untätig und zerstritten, das Ansehen in der Bevölkerung schrumpfend: Die Oldtimerbranche steht vor Herausforderungen und Veränderungen. Doch was muss anders werden?

| Autor: Steffen Dominsky

(Bild: © daskleineatelier - stock.adobe.com)

Plötzliche Schweißausbrüche, Schwindel, Stimmungsschwankungen, Lustlosigkeit: Zustände, die nicht nur hormonelle Veränderungen bei Frauen zwischen 40 und 50 beschreiben – übrigens: Auch jeder zehnte Mann soll in besagtem Alter unter diesen leiden. Nein, jene Gefühlszustände passen aktuell auch sehr trefflich auf eine Branche, die die letzten Jahre stets nur ein „Höher, Schneller, Weiter“ kannte: die des Classics Business. Klar ist die momentane Situation für die meisten Player bei Young- und Oldtimern keineswegs schlecht. Aber sie war schon mal deutlich besser. Und nicht jede aktuelle Perspektive macht Mut.

Bereits im vorletzten Jahr zeichnete sich ein Wandel im Handel ab. Plötzlich bekam der eine oder andere Verkäufer auf einer Auktion Schweißausbrüche. Denn nun kam nicht mehr jeder Wagen bei jeder Auktion zu jedem Traum- bzw. Fantasiepreis unter den Hammer. Plötzlich mussten die Besitzer beliebter Modelle aus dem Hause Mercedes-Benz, Porsche oder Ferrari nicht mehr jährlich vor dem Hintergrund galoppierender Preise ihr Wertgutachten updaten lassen, da ihnen sonst eine Unterversicherung gedroht hätte. Mit einem kometenhaften Anstieg der Preise, vor allem aber der Verkaufszahlen, war und ist vorerst und vermutlich auch für die nächste Zeit Schluss. Weshalb? Ganz einfach: Viel Geld, das aufgrund der bekannten Zins- und Immobiliensituation „frei im Markt“ war, wanderte in Oldtimer. Das Geld ist vielfach „weg“, der Bedarf an Garagengold gedeckt. Und anders als bei normalen Autos entsteht bei restaurierten Fahrzeugen auch kein/kaum Instandsetzungsbedarf.

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