Oldtimermessen: Wachstum auf ganzer Linie

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Während der Privatmarkt im Neuwagengeschäft immer weiter schrumpft, wächst auf der anderen Seite das Business mit altem Blech. Oder wie sonst lässt sich der Boom an Klassikveranstaltungen erklären?

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Auf Expansionskurs: Die Marke Retro Classics veranstaltete 2016 erstmals eine Oldtimermesse außerhalb Baden-Württembergs.
Auf Expansionskurs: Die Marke Retro Classics veranstaltete 2016 erstmals eine Oldtimermesse außerhalb Baden-Württembergs.
(Bild: Dominsky)

Während die Jugend angeblich immer weniger Interesse an einem eigenen Auto hat, ist die Lust am eigenen Blechvehikel bei Älteren offenbar ungebrochen. Und dabei lechzen die nicht nur nach schnöden Alltagswagen, sondern immer öfter auch nach fahrbaren Untersätzen vergangener Dekaden. Young- und Oldtimer boomen wie nie zuvor.

Sichtbares Zeichen dieser Tatsache: Auch die Zahl der Oldtimermessen nimmt zu. Herrschte über lange Zeit hinweg hierzulande ein Dreigestirn an überregionalen Messen, bestehend aus der alteingesessenen Techno Classica in der Mitte Deutschlands (Essen), der kontinuierlich gewachsenen Retro Classics im Süden (Stuttgart) und der etablierten Classic Motorshow im Norden (Bremen), so wird sich die Zahl der Klassikmessen mit dem kommenden Jahr verdoppelt haben.

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Während bereits im vergangenen Jahr die neue Motorworld Berlin ihre Pforten erstmals eröffnet hatte, expandiert die Retro Classics nun in Form zweier Ableger. Den Auftakt machte jetzt vom 9. bis 11. Dezember die Retro Classics Bavaria. Austragungsort war die Frankenmetropole Nürnberg und das dortige Messezentrum, besser gesagt ein kleiner Teil davon. Denn aller Anfang ist bekanntlich schwer, und so reichten der Auftaktveranstaltung mit rund 35.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche vier Hallen des großzügigen Messegeländes aus – weniger als ein Viertel der Stuttgarter Variante. Andererseits zog die bayerische Oldie-Veranstaltung 26.000 Besucher an und damit deutlich mehr als es das große Berlin mit seinem Klassikevent beim ersten Mal vermochte. Offenbar schreckten auch stolze 20 Euro Eintrittsgeld passionierte Altblechliebhaber nicht ab, zum Messegelände am Dutzenteich zu pilgern. So gesehen darf man dem Veranstalter, der Messe Stuttgart, durchaus recht geben, wenn er von einem Erfolg der Retro Classics Bavaria spricht.

Vom 24. bis 26. November findet übrigens dann in Köln die Retro Classics Cologne statt und damit besagte sechste Oldtimer-Großmesse in der Republik. Ob das zu viel des Guten sein wird, werden die Besucherzahlen der Mutter aller OIdtimermessen, der Techno-Classica in Essen, spätestens 2018 zeigen. Sie zog zuletzt mehr als 200.000 Besucher an.

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