Opel Adam: Famoser Farbkasten

Trend-Fahrzeug mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

| Autor: Jens Rehberg

Das Testfazit

Obwohl die drei aus dem Corsa bekannten Motoren (drei Benziner mit 51 kW/70 PS, 64 kW/87 PS und 74 kW/100 PS, jeweils optional mit Ecoflex-Paket inklusive Start/Stop-Automatik) schon ein wenig betagt sind, reicht die Leistung bei einem Verbrauch zwischen fünf und sechs Litern aus, damit man auch außerorts viel Spaß haben kann. Gutes Handling und eine knackige Straßenlage – »kfz-betrieb« testete die 87-PS-Version mit Sportfahrwerk und 18-Zöllern – machten auf der Fahrt durch hügeliges Gelände ordentlich Laune. Dabei war allerdings viel Schaltarbeit zu leisten.

Opel hat die Verfügbarkeit der neuen Turbo-Direkteinspritzer mit Sechsganggetriebe zumindest schon mal für Ende 2013 angekündigt – aber diese Diskussion ist eigentlich akademisch, denn für die Kernzielgruppe dürfte modernste Motorentechnologie schlicht keine Priorität haben.

Die großen Punkte fährt der Adam ohnehin mit seinen vielen kleinen Spaßdetails in Optik und Funktion ein. Knallige Farben und Farbkombinationen, schrilles Felgendesign mit Zusatz-Clips, die vielen Dekor-Optionen, Zierleisten und Beleuchtungsfeatures: Die Gestaltungsmöglichkeiten zu entdecken macht großen Spaß. Der LED-besetzte Sternendachhimmel ist ein echtes Highlight – beim Adam für 280 Euro, bei Rolls-Royce zum Preis eines Adam.

Dazu kommen die nutzwertigen Extras wie der für zwei Bikes erweiterbare Fahrradträger oder die Einpark-Automatik – in dieser Fahrzeugklasse alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Und dann die Möglichkeit, das Infotainment-System mit einer 40-Euro-App zum fest eingebauten Navigationssystem aufzurüsten. Dass die Software in der Funktions- und Darstellungstiefe etwas eingeschränkt ist und in komplexen großstädtischen Verkehrssituationen an ihre Grenzen stößt, verzeiht man im Hinblick auf die Sparquote sofort. Dasselbe gilt für das eingeschränkte Platzangebot in der hinteren Fahrzeughälfte – wie oft wird der typische Adam-Interessent den Mini mit vier Erwachsenen bestücken wollen? Und dass Schränke bei Ikea abholen mit dem Adam keine gute Idee ist, weiß man bereits im Vorfeld der Kaufentscheidung. Dafür ist eben die Parklückenauswahl signifikant größer.

Der Adam liefert in der Tat trendigen Charme und Innovationen für den schmaleren Taler und zahlt damit direkt auf das Rüsselsheimer Image-Konto ein. Das sehen wohl auch die GM-Chefs so und haben deshalb in Eisenach 190 Millionen Euro investiert. Das Ergebnis lohnt sich. Das werden auch die Kunden sehen.

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