„Opel braucht drei bis fünf Jahre“

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

Der Autobauer muss umstrukturieren. Jaap Timmer, Opel-Aufsichtsratsmitglied und Chef des europäischen Händlerverbands, erläutert im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«, was notwendig ist, um wieder auf die Erfolgsspur zu kommen.

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(Foto: Baeuchle)

Redaktion: Herr Timmer, in den ersten sechs Monaten ist der Opel-Absatz in Europa um ein 15 Prozent gesunken. Wie schätzen Sie die Situation ein?

Jaap Timmer: Optimistisch. Das Wichtigste für einen Automobilhersteller sind seine Produkte – diese sind bei Opel gut und es kommen noch bessere. Wenn wir im nächsten Jahr die Lücke bei Motoren geschlossen haben können wir uns mit allen messen.

Diverse Experten sehen die Zukunft von Opel eher skeptisch.

In Deutschland wird ständig über den armen Hersteller Opel und seine böse Mutter General Motors in Amerika geschrieben. Das stimmt so nicht: GM ist eine sehr gute Mutter und hat sich zu 100 Prozent zu Opel bekannt. Erst jüngst wieder.

Und das bleibt so – trotz der jahrelangen Verluste?

Keiner kann sich leisten, nur Verluste einzufahren. Deshalb muss Opel nachhaltig profitabel werden. Das ist uns leider bislang noch nicht gelungen. Aber alle Signale stehen auf grün. Es muss noch viel Arbeit geleistet werden, aber wir wissen wenigstens welche.

Wann ist Opel wieder profitabel?

Ich gehe davon aus, dass es etwa drei bis fünf Jahre dauern wird, bis Opel wieder auf der Erfolgsspur ist.

Was ist dafür notwendig?

Wir müssen mehr verkaufen und Kosten sparen. Dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten wie den Einkauf zu optimieren und Bürokratie abzubauen, man muss nicht unbedingt Mitarbeiter entlassen.

Welchen Beitrag kann der Interimschef Thomas Sedran dazu leisten?

Als ehemaliger Berater bei Alix Partners und Roland Berger hat Herr Sedran viel Erfahrung und sollte wissen, wo er ansetzen muss. Die Top-Manager von Opel und GM arbeiten sehr gut zusammen. Klar ist jedoch auch, dass GM die Verluste zahlen muss und entsprechend die weiteren Maßnahmen genau verfolgt.

Sind die Händler bereit, einen Beitrag zu leisten?

GM braucht kein Geld von uns, sie haben selbst genügend, um die Verluste von Opel zu stemmen. Allerdings schreibt Opel ständig Verluste und das kann sich kein Unternehmen leisten.

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