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Opel: City-Store muss zusperren

Autor: Jens Rehberg

Mit dem Schauraum-Piloten für die Innenstadt wollte Opel jüngere Kunden gewinnen. Die schauen zwar vorbei, kaufen aber nicht. Deshalb soll der Stuttgarter City-Store, den das Autohaus Staiger für Opel betreibt, demnächst schließen.

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„Cayu“-Pilot im Milaneo-Einkaufszentrum im zentral gelegenen Stuttgarter Europaviertel.
„Cayu“-Pilot im Milaneo-Einkaufszentrum im zentral gelegenen Stuttgarter Europaviertel.
(Bild: Opel)

Der vor gut einem Jahr eröffnete City-Schauraum von Opel im Stuttgarter Zentrum steht kurz vor der Schließung. Zu den konkreten Verkaufszahlen in dem Vertriebsstützpunkt im Einkaufszentrum „Milaneo“ wollte ein Opel-Sprecher auf Anfrage keine Angaben machen. Man habe mit dem Pilotprojekt in erster Linie Erfahrungen mit dem Käuferverhalten vor Ort sammeln wollen. Aber auch über den diesbezüglichen Erkenntnissgewinn möchte man bei Opel im Hinblick auf den Wettbewerb nicht sprechen.

Was aus Handelskreisen hierzu zu hören ist, kann man wie folgt zusammenfassen: Insbesondere Frauen mittleren Alters zeigen für das Angebot an ausgewählten, vorkonfigurierten Fahrzeugen durchaus Interesse, sind aber letztlich dann doch nicht sonderlich abschlussfreudig.

Eine Zahl nennt Opel doch: Insgesamt habe man in den vier deutschen City-Stores bislang über 1.000 Einheiten abgesetzt. Der weitaus größte Teil hiervon dürfte allerdings über einen Verkaufsraum gelaufen sein, der für den Werksverkauf auf dem Rüsselsheimer Betriebsgelände installiert wurde, den Opel aber dennoch dem City-Store-Projekt zurechnet.

Der 170-Quadratmeter-Laden in Stuttgart würde wohl weiterhin offen bleiben, würde der Löwenanteil der dortigen Kosten nicht bei einem Handelspartner liegen. Das ist das zur AVAG gehörende Autohaus Staiger. Das hat neben der Ladenfläche auch noch sechs Tiefgaragenplätze angemietet und muss darüber hinaus die Personalkosten schultern.

Laut Opel wollen sowohl der Hersteller als auch der Händler das Store-Projekt in einer anderen Location in der Region Stuttgart fortführen. Bei der AVAG weiß man hiervon allerdings noch nichts. AVAG-Vorstandssprecher Roman Still will das Pilotprojekt auf keinen Fall weitermachen.

„Bei den Kosten, die das produziert – hohe Mieten, lange Arbeitszeiten für das Personal – kommen einfach zu wenig Verkäufe raus“, resümierte Still im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Dabei hatte er mit 200 Einheiten für das erste volle Verkaufsjahr schon sehr zurückhaltend geplant. Die Anzahl an tatsächlich realisierten Abschlüssen will aber auch der AVAG-Chef nicht nennen. Der „Automobilwoche“ hatte der Händler zuvor gesagt: „Für die Miete, die ich da bezahle, könnte ich ein ganzes Autohaus bauen.“ Er müsse 300 bis 500 Autos in einem solchen Store verkaufen, damit sich das rechne.

Die Online-Komponente des Store-Konzepts dagegen sei der richtige Weg für die Zukunft des Internet-Vertriebs. „Händler und Hersteller haben hier einen gemeinsamen Weg gefunden, im Netz Autos zu verkaufen“, so Still weiter. Das Konzept bilde den Verkaufsvorgang inklusive Inzahlungnahmeprozess zu 95 Prozent ab.

Die beiden weiteren „Cayu“-Stores in Oberhausen und Dortmund werden von Opel selber betrieben und sollen ausdrücklich – wohl aus Imagegründen – weitergeführt werden. Ob darüber hinaus neue City-Stores geplant sind, dazu wollte sich der Opel-Sprecher nicht äußern.

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 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«