Opel Corsa: Einer für Drei

Volumensteigerung fest eingeplant

| Autor: Jens Rehberg

Der 75-PS-Benziner startet bei 14.000 Euro – 2.000 Euro mehr als der Grundpreis des vorangegangenen Corsas (im Startjahr 2015); 500 Euro billiger als der aktuelle Polo-„Trendline“. Opel baut beim Basis-Corsa aber schon die Frontkamera ein – daran hängen Kollisionswarner mit automatischer Notbremse, variabler Tempomat, Schilderkennung und Spurhalte-Assistent.

Der 100-PS-Direkteinspritzer geht bei 17.500 Euro los – da ist dann Klima mit dabei. Den 130-PS-Direkteinspritzer gibt es ausschließlich mit Automatik und in Top-Ausstattung ab rund 23.300 Euro. Der Corsa GS kommt dann unter anderem mit verchromtem Doppelauspuff, LED vorne und hinten, Alu-Pedalen und -16-Zöllern sowie Sportsitzen.

Sportliches Grundgefühl

Weil der mittelstarke 100-PS-Benziner mutmaßlich die Volumen-Variante werden wird, sind wir in diesen auch mal eingestiegen. Grundsätzlich wirkt der Innenraum solide, funktional und wertig. Ein paar wenige optische Akzente sind vorhanden. Gegen die eine oder andere nutzwertige Überraschung hätte man aber wahrscheinlich nichts einzuwenden gehabt. Außerdem geht das schicke Außendesign etwas auf Kosten der Übersichtlichkeit – hinten späht man durch ein ziemlich schmales Heckfenster. Und die Rückspiegelhalterung zieht sich so tief nach unten, dass auch Veränderungen an der Sitzhöhe die leichte Irritation nicht beheben können. Dafür ist das Handschuhfach so groß, dass man den Boden nur erahnen kann.

Hinten sitzt man im neuen Corsa definitiv luftiger als im Corsa E. Und die Hecköffnung ist zwar breiter als beim Vorgänger, aber so richtig praktisch breit kann man immer noch nicht packen. Dafür ist das reine Kofferraumvolumen um 25 Liter angewachsen, was wir ungeprüft notieren.

Dann geht's los. Fahrwerk, Schaltung, Pedalerie, Lenkung – alles ist prima aufeinander abgestimmt, der Federungskomfort hält sich opeltypisch in Grenzen, was aber gut zum sportlicheren Grundgefühl des neuen Corsas passt. Das Bremspedal klappert beim schnellen Pedalwechsel hörbar nach, der Dreizylinder könnte etwas direkter am Gas hängen – ansonsten lässt sich der Kleinwagen sehr agil über kurvige Bergstraßen jagen.

Das liegt sicher auch ein wenig an den rund 100 Kilogramm, die vor allem über Karosserie-Leichtbau und den Alu-Motorblock eingespart wurden. Die Eilfahrt gerät lediglich durch Stuckern der vorderen 17-Zöller ab und an etwas aus dem Gleichgewicht, mit entsprechenden Korrekturen ist der Corsa aber schnell wieder auf Linie. Zweiter und dritter Gang leisten gute Rahmenbedingungen für durchaus sportiv gefahrene Abschnitte.

Leuchtspurgeschoss

Überraschend gut performt bei der nächtlichen Kurvenjagd das jetzt im Corsa verfügbare Matrix-Licht. Die nackten Leistungsdaten in Bezug auf lediglich vier einzeln ansteuerbare LED-Elemente hatten zunächst keine großen Erwartungen geweckt. In der Praxis überzeugt das Konzept aber voll: Die Fernausleuchtung bleibt auch bei Gegenverkehr zum allergrößten Teil erhalten – gerade schnelle Kurvendurchfahrten können deutlich besser eingeschätzt werden. Und hatte die Lichttechnik beim Insignia anfänglich noch ab und an Interpretationsprobleme – zum Beispiel bei schwächeren, vorausfahrenden Rückleuchten, reagiert die An- und Abschaltung der Elemente jetzt ausnahmlos verlässlich und ohne auffälligen Zeitverzug.

Das Matrix-Licht kann man ab der Ausstattungslinie „Elegance“ (beim 100-PS-Benziner 19.500 Euro) für gerade mal 700 Euro hinzukaufen. Ein echtes Argument – zumal in der Kleinwagen-Klasse noch lange in kaum einem Wettbewerbsmodell ein ähnlich leistungsfähiges Lichtsystem eingesetzt werden dürfte.

Leider stand die Elektro-Variante des kleinen Opel-Topsellers noch nicht für Testfahrten bereit. Aber lange kann das eigentlich nicht mehr dauern. Die Auslieferungen sollen „im Frühjahr“ starten.

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