Suchen

Opel Fricke wirbt mit Gesichtern statt mit Autos

| Autor: Jens Rehberg

Das Autohaus Fricke in Salzkotten bei Paderborn kombiniert die Vorlagen des Herstellers für das Handelsmarketing mit eigenen Motiven. Dabei stehen die Mitarbeiter des Opel- und Honda-Betriebs im Vordergrund – das beste Konzept in der Kategorie Händlermarke, wie die Jury des Vertriebs Awards meinte.

Firmen zum Thema

Die meisten Kampagnen setzt Fricke zeitlich begrenzt ein, um die Wirkung nicht verblassen zu lassen.
Die meisten Kampagnen setzt Fricke zeitlich begrenzt ein, um die Wirkung nicht verblassen zu lassen.
(Bild: Thorsten Schneider / Vielbauch)

Zu den Attributen, die man den Ostwestfalen eher weniger zuschreiben würde, gehört wohl Extrovertiertheit. Bescheiden und zurückhaltend – so begegnen einem meist die Menschen im Paderborner Land. Umso erstaunlicher, wie es die Opel- und Honda-Händlerin Stefanie Fricke geschafft hat, dass sich ihre Mitarbeiter im Rahmen von Anzeigenkampagnen im Bild so selbstverständlich präsentieren, als sei die Kameralinse schon seit Kindestagen ihr permanenter Begleiter.

Als die Junior-Chefin des Salzkottener Kfz-Betriebs vor zwei Jahren das Marketing des Familienunternehmens neu aufgestellt hat, war ihre zentrale Idee, dem Autohaus ein Gesicht zu geben. „Wir wollen in der Werbung unsere Mitarbeiter zeigen und dabei den Leuten vermitteln, dass es sich schon allein wegen der unterschiedlichen Individuen lohnt, zu Fricke zu kommen.“ Denn nicht zuletzt das mache den Betrieb aus und unterscheide Fricke von anderen Autohäusern, sagt die Händlerin.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 15 Bildern

Überzeugungsarbeit leisten

Anfangs sei es nicht leicht gewesen, die Mitarbeiter von dem Konzept zu überzeugen. Schließlich wurde es jedoch sowohl vom Team als auch von den Kunden über die letzten zwei Jahre hinweg gut angenommen. „Wir bekommen tatsächlich auch Feedback, dass man die Menschen wiedererkennt, wenn man hier reinkommt“, sagt Stefanie Fricke. „Es ist wirklich toll, dass die Mitarbeiter jetzt voll dahinterstehen, uneingeschränkt mitmachen und unserem Familiennamen ihr Gesicht zur Verfügung stellen.“ Teilweise kommt mittlerweile sogar der entscheidende Impuls für ein neues Anzeigenmotiv von einem Mitarbeiter.

Opel unterstützt die neue Marketingstrategie des Vertriebspartners, auch wenn bisweilen moniert wird, dass die Hersteller-CI etwas prominenter herausgestellt werden könnte. „Dann machen wir klar, dass für uns die Eigenmarke genauso wichtig ist, auch wenn die Herstellermarke natürlich immer sichtbar sein soll.“ Dafür nimmt Stefanie Fricke auch in Kauf, dass Rüsselsheim keine oder je nach Gestaltung nur reduzierte Werbekostenzuschüsse zahlt.

Zudem schaltet die Unternehmerin die auffälligeren Printanzeigenmotive, die vor allem auf die Eigenmarke abzielen, nur in Stadtmagazinen, die auch eine hochwertige Druckqualität ermöglichen, und nicht etwa auf Tageszeitungspapier. Dort laufen dann eher die standardisierten Kampagnenformate.

Außerdem passt ein Fricke-Anzeigenmotiv, das beispielsweise in der Publikation anlässlich eines Stadtfestes erscheinen soll, idealerweise zum Thema des Heftes. Marketingspezialist Thorsten Schneider, den Stefanie Fricke für die neue Werbestrategie mit ins Boot geholt hat, schaltet gerne Motive, bei denen der abgebildete Mitarbeiter aus dem Ort stammt, in der die jeweilige Publikation ihren Verbreitungsschwerpunkt hat.

Vertriebs Award 2018: Die Branchenparty
Bildergalerie mit 76 Bildern

Nicht ganz linientreu

Obwohl die Motive zur Stärkung der Händler-Eigenmarke teilweise komplett außerhalb der Richtlinien aufgebaut sind, verwendet Opel mittlerweile einzelne Fricke-Kampagnen als netzinterne Best-Practice-Beispiele. Wie etwa eine selbst kreierte Cascada-Kampagne, wonach unmittelbar 14 Fahrzeuge verkauft worden waren.

(ID:45312288)

Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«