Opel in Stuttgart: Staiger-Verkauf kurz vor dem Abschluss

Autor: Jens Rehberg

Nach einem Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ will eine Investmentgesellschaft Opel-Staiger übernehmen. Eineinhalb Jahre lang hat Rüsselsheim eine Übernahme hinausgezögert.

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Der Staiger-Stammsitz an der Nordbahnhofstraße muss zum Jahresende ausziehen.
Der Staiger-Stammsitz an der Nordbahnhofstraße muss zum Jahresende ausziehen.
(Foto: Richter)

Der älteste Opel-Händler Deutschlands steht offenbar kurz vor der Übernahme durch eine Investmentgesellschaft. Nachdem Opel zuvor über eineinhalb Jahre hinweg mehrere Kaufinteressenten abgelehnt hatte, scheint es nun doch einen geeigneten Kandidaten zu geben. Nach Informationen der „Stuttgarter Nachrichten“ ist es ein Unternehmen, das bislang in der Branche noch nicht aktiv war. Näheres war am Donnerstag weder von dem Stuttgarter Händler noch aus Rüsselsheim zu erfahren – man werde sich zu der bevorstehenden Übernahme noch nicht äußern.

Dem Zeitungsbericht zufolge will die Investmentgesellschaft die komplette Staiger-Gruppe mit Ausnahme der Filiale in Leipzig übernehmen. Staiger betreibt neben seinem Hauptsitz im Zentrum der Schwabenmetropole Niederlassungen in Leinfelden, Waiblingen, Esslingen, Schwäbisch-Gmünd und Göppingen sowie ein Teilezentrum in Stuttgart-Obertürkheim.

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Für den Vertragsabschluss werde das Monatsende angepeilt – offenbar sind sich die Parteien noch nicht einig, in welchem Umfang Opel den Staiger-Neustart unterstützen soll.

Da der Staiger-Stammsitz an der Nordbahnhofstraße zum Jahresende geräumt werden muss, zieht die Staiger-Zentrale nach Recherchen der „Stuttgarter Nachrichten“ zwischenzeitlich in die Räume der Citroën-Niederlassung an der Neckarstraße ein – das Citroën-Team wiederum wechselt in ein ehemaliges Honda-Autohaus an der Pragstraße. Die neuen Staiger-Eigentümer planen einen Neubau der Gruppenzentrale – ein geeigneter Standort ist allerdings noch nicht gefunden.

Im Sommer vergangenen Jahres waren die zur Emil-Frey-Gruppe gehörende Schwabengarage sowie die Stuttgarter Autohäuser von der Weppen (Renault, Nissan, Dacia, Opel) und Drebka & Beck (Opel) an der teilweisen bzw. vollständigen Übernahme von Staiger interessiert, Opel verhinderte jedoch einen Deal. Die Gesellschafter von Auto-Staiger beabsichtigen bereits seit längerer Zeit den Verkauf des Unternehmens.

Der seit 116 Jahren aktive Traditionsbetrieb Staiger gehörte in seiner Blütezeit lange zu den vier größten Opel-Händlern in Deutschland. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen mit etwa 280 Mitarbeitern noch rund 2.600 Neu- und 2.300 Gebrauchtwagen verkauft. Paul Staiger hatte den Betrieb 1898 als „Fahrrad-Detailgeschäft“ gegründet. 1900 übernahm er die Generalvertretung für Opel-Kraftfahrzeuge für das Königreich Württemberg-Hohenzollern. Ab 1920 entwickelte und fertigte Staiger sogar eigene Fahrzeuge – insgesamt verkaufte er 500 Modelle. 1929 eröffnete er den heutigen Stammsitz des Unternehmens in der Stuttgarter Nordbahnhofstraße. Paul Staiger verstarb 1943.

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Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«