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Opel-Insignia-Facelift: Digitales Lichtspiel

| Autor / Redakteur: jr/sp-x / Jens Rehberg

Opel macht den Insignia fit für den Endspurt: Bis das Flaggschiff einen Nachfolger aus der PSA-Familie bekommt, frischen die Hessen die alte GM-Technik nochmal auf – allerdings maximal sparsam.

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Opel hat sein Matrix-Licht weiter verbessert.
Opel hat sein Matrix-Licht weiter verbessert.
(Bild: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Immerhin war das Opel-Flaggschiff zuletzt in Deutschland noch für ein Jahresvolumen von gut 18.000 Einheiten gut. Wie nah der geliftete Insignia nach dem aktuellen Chaos-Jahr diesem Wert 2021 noch kommen kann, darauf wollte sich Opel-Deutschland-Chef Andreas Marx anlässlich eines Pressetermins in Rüsselsheim nicht festlegen: „Im Moment kann glaube ich niemand Auskunft über potenzielle Vertriebszahlen geben", sagte der Manager im Gespräch mit »kfz-betrieb«. „Es gibt da draußen gerade viel zu viel Variabilität, als dass ich Ihnen eine substanzielle Zahl nennen könnte.“

Schauen wir also auf das überarbeitete Produkt: Thomas Suhany kann es gerade eigentlich nicht finster genug sein: Der Ingenieur verantwortet den Insignia und je dunkler es wird, desto heller strahlt das Flaggschiff der Hessen. Denn wenn im September zu Preisen ab 30.989 Euro für den Grand Sport mit Stufenheck und 31.963 Euro für den Sports Tourer mit großer Klappe das Facelift für das Flaggschiff in den Handel kommt, sind es vor allem die Scheinwerfer, die den Unterschied machen sollen.

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Serienmäßig mit LED-Technik bestückt, bietet Opel nun auch ein Matrix-Licht mit jeweils 84 einzeln ansteuerbaren Modulen an und stellt Wettbewerber wie den VW Passat oder den Ford Mondeo damit in den Schatten. „Stadionhell und blitzschnell“ – so schwärmen die Hessen über die extra schlanken Scheinwerfer, die ihren Lichtkegel noch schneller und präziser den Verkehrsverhältnissen anpassen und damit weiter verbesserte Sicht versprechen.

Dass Suhany derzeit am liebsten düster sieht, hat einen einfachen Grund: Bei Tag betrachtet fällt das Facelift für das Flaggschiff dann schon sehr viel bescheidener aus. Von außen ist es nämlich eigentlich nur noch der neue Kühlergrill, an dem man den Insignia fürs letzte Drittel erkennen kann. Und obwohl Limousine und Kombi innen mittlerweile ziemlich in die Jahre gekommen sind, ändert sich im Cockpit noch viel weniger: Es bleibt bei den altmodischen Instrumenten und vor allem beim kleinen Touchscreen, auf dem ein eher mäßiges Infotainment läuft.

Nicht mehr so bereitwillig investiert

Viel mehr war nicht zu machen, hört man beim Gespräch mit den Entwicklern zwischen den Zeilen heraus. Denn der Insignia basiert wie der Astra noch auf einer alten GM-Architektur, in die Opel als PSA-Tochter nicht mehr ganz so bereitwillig investiert. Deshalb ändert sich bei der Elektronik ebenfalls nur wenig und eine Rückfahrkamera mit weiterem Winkel sowie ein Querverkehrswarner fürs Rangieren sind die einzig wirklichen Neuerungen.

Sparsamkeit in einem ganz anderen Sinn – und diesmal auch zugunsten der Kunden – hat Opel unter der Haube bewiesen. Zwar gibt es auch weiterhin keinen Plug-In-Hybriden und selbst der Mild-Hybrid mit 48 Volt-Technik und elektrischem Startergenerator fällt der alten Plattform zum Opfer. Doch dafür montieren die Hessen eine Reihe neuer Triebwerke und Automatikgetriebe und sparen auch so schon bis zu 18 Prozent Treibstoff. Auch der Insignia leistet damit seinen Beitrag, dass Opel wohl straffrei durch die erste Runde der CO2-Vorgaben kommt.

Besonders stolz sind die Hessen dabei auf den aus dem Astra übernommenen 1,5-Liter-Diesel. Auch wenn ein Dreizylinder in dieser Klasse eher ungewöhnlich ist und man mit 90 kW/122 PS nicht wirklich auftrumpfen kann, stehen dafür im besten Fall 3,8 Liter und 99 g/km im Datenblatt – und das ist ein Wert, der sich sehen lassen kann.

Wer nach mehr Leistung verlangt, bekommt als zweitem Selbstzünder einen 2,0-Liter mit 128 kW/174 PS und für die in dieser Klasse noch immer rar gesäten Interessenten an einem Benziner, bringt Opel einen neuen 2,0-Liter, der erstmals mit Zylinder-Abschaltung ausgestattet ist. Er leistet im Normalfall 125 kW/170 PS oder 147 kW/200 PS und verspricht Fahrleistungen, die zum Segment passen.

Auch der GSI muss CO2 sparen

An der Spitze steht auch weiterhin der GSI, der allerdings ebenfalls seinen Beitrag zum CO2-Sparen leisten muss. Deshalb büßt er 30 PS ein und bekommt nun eine auf 169 kW/230 PS aufgebohrte Version des neuen 2,0-Liter-Vierzylinders. Und der früher permanente Allradantrieb ist jetzt nur noch zuschaltbar.

Zwar hat Opel den GSI damit ein wenig beschnitten. Doch ist man auch damit noch immer flott unterwegs. Schließlich spricht der Turbo schnell und feinfühlig an, beschleunigt mit seinen maximal 350 Nm in bestenfalls 7,4 Sekunden von 0 auf 100 und kommt auf bis zu 237 km/h. Und das adaptive Fahrwerkmit seinen flotten Verstelldämpfern tut mit der präzisen Lenkung ein Übriges für eine gehörige Prise Fahrspaß im Alltag. Außerdem trifft es die Sportler weniger hart als die Abenteurer: Deren Favorit war der Country Tourer, der gegen den Passat Alltrack positioniert war. Und obwohl es dafür sonst wenig Konkurrenten gibt, hat Opel diesen aufgebockten Allrad-Kombi ersatzlos aus dem Programm gestrichen und sich eine weitere Variante gespart.

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