Opel Insignia: Voll und ganz mittig

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Innen ist der Insignia gewohnt gut verarbeitet, allerdings fehlen abgesehen von den wertigeren Oberflächen herausstechende Details, die das Innenleben deutlicher vom Astra abheben. Gerade Schaltern, Hebeln und Knöpfen hätte man ein sicherlich bezahlbares Upgrade gönnen können. Zumal es ja jetzt deutlich weniger Elemente sind. Schade, dass sich Opel von Motorjournalisten hier einen Pseudo-Minimalismus hat aufdrücken lassen. Zahlreiche Schalter für alle wichtigen Funktionen können, wenn sie gut strukturiert verbaut werden, auch ein praktisches Alleinstellungsmerkmal sein. Natürlich braucht es seine Zeit, bis man sie zielsicher bedienen kann, aber dann geht es umso schneller. Endkunden geben schließlich anders als Journalisten das Auto nicht nach einem Tag wieder ab.

Ein Lichtblick diesbezüglich: Drei neue Schalter für das hochwertige Head-Up-Display links hinter dem Lenkrad. Damit können unmittelbar die Helligkeit, die Position und auch zusätzliche Inhalte der Projektion auf der Frontscheibe eingestellt werden – so muss es sein.

Bei der Instrumententafel haben sich die Entwickler am Schluss offenbar auf einen Kompromiss geeinigt – außen zwei Analoganzeigen und innen ein Bildschirm. Auch da wünscht man den Rüsselsheimern mehr Mut zu einer klaren Linie. Denn sowohl die Anhänger „echter“ Instrumente als auch Befürworter der flexiblen, digitalen Wechselanzeige werden mit dieser Lösung nicht zufrieden sein.

Nach Wunsch dämpfen

Das an sich schon sehr gute Fahrwerk kann auch bei der zweiten Insignia-Generation wieder optional mit dem dreistufigen „Flexride“-System aufgewertet werden. Wobei man wie schon bei der Vorgänger-Version den Unterschied zwischen dem Normal- und dem Komfort-Modus kaum bemerkt. Aber dafür kommt ja demnächst mit PSA eine entsprechende Kernkompetenz ins Haus.

Beim Telematikdienst Onstar gibt es etwas Neues: Die freundlichen Mitarbeiter im englischen Callcenter buchen für den Kunden bei Bedarf jetzt auch ein Zimmer – natürlich müssen dafür bei Opel die Kreditkarten-Daten hinterlegt werden. Ansonsten ist Onstar erstmal ein Jahr kostenlos (außer in der untersten Ausstattungslinie). Danach werden wie gehabt 100 Euro pro Jahr fällig. Für das WLAN gibt es jetzt anfangs allerdings nur noch 3 GB freies Datenvolumen, danach muss ein Mobilfunkvertrag für zehn Euro im Monat abgeschlossen werden. Für die sporadische Nutzung kann man allerdings auch Tages-Zugänge für jeweils zwei Euro buchen.

Vorerst sechs Antriebs-Varianten

Den Basismotor – einen neu entwickelten 1,5-Liter-Turbobenziner, der eng mit dem 1,4-Liter-Vierzylinder aus dem Astra K verwandt ist – gibt es in zwei Leistungsstufen mit 104 kW/140 PS oder 122 kW/165 PS. Mit der Sechsgang-Schaltung macht die Arbeit Spaß, die Gänge können leicht und geschmeidig eingelegt werden.

Die stärkere der beiden 1,5-Liter-Varianten hat auf einer ersten Testfahrt einen guten Eindruck hinterlassen, auch wenn man schon durchaus Umdrehungen provozieren muss, um für die Nennleistung eine subjektiv dafür angemessene Performance zu erhalten.

Das Gleiche gilt für die derzeitige Top-Motorisierung, den Zwei-Liter-Turbobenziner mit 191 kW / 260 PS, der mit Achtgang-Automatik und Allradantrieb kommt. Die erlebte Fahrdynamik trifft nicht ganz die imposante Nennleistung, in anspruchsvolle Kurven allerdings wird der Insignia durch das Torque Vectoring im Allrad-System in Verbindung mit der direkten Lenkung geradezu hineingesaugt. In solchen Situationen macht sich auch der mit der neuen Modellgeneration tiefer gelegte Fahrzeugschwerpunkt sowie die etwas breitere Spur positiv bemerkbar – zumindest bildet man sich das in der in der hellen Euphorie der Bergstraße sehr gerne ein. Wobei die Dramatik der Sportfahrt durch das helle und nicht sehr gefällige Motorengeräusch noch gesteigert wird. Vielleicht hätte es auch eine Dämmmatte mehr sein dürfen.

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Des Weiteren sind im Motorenangebot nach wie vor Selbstzünder zu haben: Es gibt ein 1,6-Liter-Aggregat in den Leistungsstufen 81 kW/110 PS sowie 100 kW/136 PS. Zudem ist ein Zweiliter-Turbodiesel mit 125 KW/170 PS bestellbar.

Nach oben schielen

Um dem neuen Insignia in der Positionierung noch einen kleinen Schubser nach oben zu geben, hat der Hersteller auf dem Genfer Salon eine App angekündigt, die einige Individualisierungsoptionen für Opel-affine Sehr-Gut-Verdiener andeutet. So gibt es die Möglichkeit, neben 15 ausgefallenen Sonderlackierungen auch einen komplett nach Kundenwünschen zusammengestellten Farbton zu bestellen. Den Preis hierfür haben die Rüsselsheimer allerdings noch nicht genannt. Außerdem veranschaulicht die für mobile Geräte optimierte Anwendung zusätzliche ausgefallene Alurad- und Lederausstattungsoptionen.

Vielleicht hilft das Programm ja, auch dem zweiten Insignia wieder eine hohe Eroberungsquote zu bescheren.

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