Opel macht nicht verfügbaren Ampera knapp 5.000 Euro teurer

Autor: Jens Rehberg

Wohl um die Verluste aus dem Verkauf des kleinen Ampera-E-Kontingents in Norwegen in Grenzen zu halten, hat Opel den Preis für das Elektroauto kurzerhand um umgerechnet 4.750 Euro angehoben.

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(Bild: Opel)

Opel hat den Ampera-E in Norwegen, dem einzigen europäischen Markt, auf dem zumindest noch ein kleines Kontingent des E-Autos tatsächlich ausgeliefert wird, um umgerechnet 4.750 Euro teurer gemacht. Dies hat ein Opel-Sprecher am Mittwoch auf Anfrage bestätigt. Zuvor hatte der Hersteller dem E-Mobilitätsportal „Ecomento“ als Begründung für die Preiserhöhung gesagt, die Konditionen, zu denen man den Ampera-E bei General Motors (GM) beziehe, hätten sich geändert.

Offenbar will Opel mit der außergewöhnlichen Maßnahme seine Verluste eingrenzen, die der Autobauer wohl trotz des geringen verfügbaren Volumens mit dem Fahrzeug einfährt. In Deutschland war der Ampera-E faktisch sowieso so gut wie nicht bestellbar. Bis heute wurden hierzulande lediglich rund 100 Vorführwagen und einige Kundenfahrzeuge ausgeliefert, die ausschließlich über Leasingverträge mit einer Monatsrate von 600 Euro geordert werden konnten.

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In Norwegen hat Opel bislang circa 900 Einheiten an Kunden ausgeliefert. Allerdings liegen noch über 4.000 Bestellungen vor. Diese sollen laut Ecomento allerdings ebenfalls von der Preiserhöhung betroffen sein. Mehr als diese rund 5.000 Fahrzeuge werden es wohl selbst für den Elektro-Vorzeigemarkt Norwegen auch nicht mehr werden – seit zwei Wochen nimmt Opel in Norwegen keine Bestellungen mehr an. Denn GM kann das Elektroauto nicht kostendeckend vermarkten und liefert das produzierte Volumen offenbar lieber in Märkte, in denen man selber noch aktiv ist.

Auch in Holland bietet Opel den Ampera-E nun um rund 5.000 Euro teurer an (aktueller Bruttopreis: 45.549 Euro) – dass das Auto dort allerdings in nennenswertem Maße verfügbar werden könnte, ist sehr unwahrscheinlich. Bislang kann es dort noch nicht zu mehr Auslieferungen als hierzulande gekommen sein – Absatzzahlen für einzelne Märkte nennt Rüsselsheim nicht, europaweit jedoch seien rund 1.000 Einheiten ausgeliefert worden, was in etwa dem zusammengenommenen Neuzulassungsvolumen von Norwegen und Deutschland entspricht.

Tragischerweise hat der Ampera-E auch noch am Dienstag die Autobild-Leserauszeichnung „Goldenes Lenkrad“ in der Kategorie Klein- und Kompaktwagen erhalten. Damit wird nun noch einmal eindrücklich klar, wie sehr Opel mit leeren Versprechungen in Bezug auf die Alltagstauglichkeit des nicht verfügbaren E-Autos seine Fans verprellt.

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