Opel Nutzfahrzeuge im Aufwind

Autor / Redakteur: Stephan Richter / Dr. Dominik Faust

In den kommenden sieben Jahren möchte Opel seinen Nutzfahrzeugabsatz in Europa um 30 Prozent steigern. Opel-Vertriebsleiter Steffen Raschig benennt Deutschland als wichtigen Schlüsselmarkt.

Firma zum Thema

Steffen Raschig traut Opel Nutzfahrzeuge eine Absatzsteigerung von 30 Prozent zu.
Steffen Raschig traut Opel Nutzfahrzeuge eine Absatzsteigerung von 30 Prozent zu.
(Bild: Stephan Richter)

Bis zum Jahr 2022 möchte Opel in Europa jährlich 150.000 Transporter verkaufen, 50.000 Einheiten mehr als noch 2015. Ein ehrgeiziges Ziel, bei dem der europäische Opel-Nutzfahrzeugchef Steffen Raschig den Hersteller im Plan sieht. Denn im bisherigen Jahresverlauf liegt Opel in der Transportersparte schon jetzt zehn Prozent über dem Vorjahr. In Deutschland übertraf das August-Ergebnis das aus 2015 sogar um 25 Prozent.

„Der Vivaro ist nahezu ausverkauft. Aufgrund der Nachfrage erhöhen wir derzeit die Produktionskapazität in unserem Werk in England“, erklärte Raschig gegenüber »kfz-betrieb« am Rande der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Opel wolle bei dem Zuwachs jedoch nicht blind einer Zielvorgabe hinterherlaufen, sondern nachhaltig sein Transportergeschäft ausbauen, betonte der Vertriebsspezialist.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Nach Frankreich ist Deutschland der zweitgrößte Nutzfahrzeugmarkt und für Opel besonders im Fokus. Mehr als 300 der insgesamt 1.700 Nutzfahrzeug-Partner in Europa finden sich hierzulande. Davon tragen wiederum 100 Stützpunkte den Titel „Profi-Partner“. „Diese Eigenmarke ist die deutschlandeigene Variante, wie wir dem Kunden den Nutzfahrzeugvertrieb und -service in besonderer Weise erlebbarer machen wollen“, erklärte Raschig.

Dies geschehe unter anderem durch exklusive Verkaufsberater für Nutzfahrzeuge, eine erweiterte Fahrzeugpräsentation, die auch Um- und Aufbauten erfasst, besondere Serviceangebote wie etwa Nutzfahrzeugersatzfahrzeuge oder längere Öffnungszeiten. „Im direkten Vertriebsvergleich sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass die Profi-Partnerbetriebe durch eine klare Strukturierung ihrer Aktivitäten und die Schaffung von Ressourcen, die das Nutzfahrzeuggeschäft im Fokus haben, langfristig profitabler unterwegs sein werden als andere Autohäuser“, sagte Raschig.

Kostenfreie Echtzeit-Nagivation

Beim Thema „Konnektivität“ vertraut Opel ganz auf seine Echtzeit-Navigation „Navi80“. Zur IAA präsentierte der Hersteller diese Variante, die ein Upgrade der Software den Kunden fünf Jahre kostenfrei zur Verfügung stellt. Dieser Zeitraum sei bewusst gewählt, erklärte Raschig, stimme er doch mit dem ungefähren Kauf-Zyklus eines neuen Opel-Transporters überein. „Navi80“ informiere den Fahrer über aktuelle Verkehrsstörungen und schlage Alternativrouten vor. „Diese Applikation bietet unseren Kunden – und vor allem für Gewerbetreibende – einen klaren Nutzervorteil. Denn kurze Wege sparen Geld“, sagte Raschig.

Vivaro Sport greift nach Privatkunden

Um neue Zielgruppen zu erschließen, möchte Opel Nutzfahrzeuge mit dem Vivaro Sport ab sofort verstärkt die Privatkunden ansprechen: 17-Zoll-Aluräder in Silber oder Schwarz, ein spezielles Design, ein großer Laderaum mit besonderer Auskleidung auf Pkw-Niveau oder LED-Beleuchtung sollen dabei helfen. Ebenso ergänzen Reisemobilvarianten auf Basis des Movano und Vivaro, die in Zusammenarbeit mit einem Reisemobilhersteller gefertigt werden, das Angebot.

Dies ist aber nur ein kleiner Teil der über 800-Aufbau-Variationen, die Opel im Programm hat, betonte Raschig. Das breite Angebot in den Segmenten bis 4,5 Tonnen trage wesentlich zum aktuellen Erfolg bei. „Sicherlich gibt uns der Markt einen gewissen Rückenwind, es braucht aber trotzdem die richtigen Produkte und vor allem die richtige Kundenansprache durch unsere Nutzfahrzeugpartner“, sagte der Leiter der Nutzfahrzeugsparte von Opel und Vauxhall.

(ID:44372551)