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Opel und der Händlerverband: Wieder in einem Boot

| Autor: Jens Rehberg

Nach einem schwierigen Jahr gibt es einen Neustart in der Händler-Hersteller-Beziehung bei Opel. Das ist auch dringend notwendig, denn es gibt viel zu besprechen.

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(Foto: Rehberg)

Der Verband Deutscher Opel- und Chevrolet-Händler (VDOH) hat auf seiner Jubiläumssitzung zum 50-jährigen Bestehen die Rückkehr auf eine konstruktive Arbeitsebene mit dem Rüsselsheimer Hersteller begrüßt. „2013 war ein verlorenes Jahr“, fasste Verbandssprecher Thomas Bieling die Arbeit des VDOH im vergangenen Jahr zusammen. Zwischenzeitlich war das Verhältnis zwischen Händlervertretern und Hersteller so zerrüttet, dass der Verband alle Gespräche abgebrochen hatte.

Vor allem mit dem Antritt des neuen Deutschland-Vertriebschefs Jürgen Keller habe sich die Situation aber wieder grundlegend gedreht. „Künftig will Jürgen Keller die Verkaufsprogramme bereits vorab wieder in den entsprechenden Gremien mit dem Handel abstimmen“, sagte Bieling. Der Manager habe ihm persönlich einen intensiven Austausch zugesichert.

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Insgesamt habe sich zudem die Außendarstellung von Opel unter dem aktuellen Vorstand enorm verbessert. „Man meint es ernst, die Marke mit umfangreichen finanziellen Mitteln nach vorne zu bringen.“

Nichtsdestotrotz gibt es nach wie vor Streitthemen, wie etwa die Nutzung der bei vielen Opel-Partnern frei werdenden Chevrolet-Flächen. So ist der Hersteller der Ansicht, Fremdfabrikate könnten in diesem Zusammenhang nur mit Zustimmung aus Rüsselsheim neu aufgenommen werden. Opel drängt massiv auf Markenexklusivität und könnte dabei gemäß Händlervertrag auf konsequente räumliche Trennung sowie die Ausgründung von Vertriebsgesellschaften bestehen.

Weitere Handlungsfelder des Verbands in diesem Jahr sind:

  • Im Hinblick auf die wachsende Neuwagenvermarktung im Internet soll eine Betreuungsmarge entwickelt werden.
  • Die Aftersales-Bonussysteme sollen überarbeitet werden.
  • Die Verkaufsprogramme sollen weiter vereinfacht werden.
  • Der Austausch zwischen Hersteller, Vertragshändlern und Vermittlern soll in einem separaten Ausschuss angestoßen werden.

Außerdem steht die Händlerprofitabilität im Fokus der Verbandsarbeit. Zwei Prozent Umsatzrendite sind das mittelfristige Ziel. Eine vom ZDK erstellte Musterkostenrechnung wird derzeit vom VDOH analysiert. Ein erstes Ergebnis nannte Thomas Bieling aber bereits: So ist es offenbar vor allem für kleinere Partner „verdammt schwer“, bei Erfüllung aller vertraglichen Bedingungen alleine mit der Marke Opel Geld zu verdienen.

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Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«