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Opel: „Wir wollen wachsen – aber niemals zulasten von CO2“

Autor / Redakteur: dpa / Viktoria Hahn

Für Opel-Chef Michael Lohscheller hat es oberste Priorität, die CO2-Ziele zu erfüllen. Das hat zuletzt unter anderem dafür gesorgt, dass der Marktanteil des Fabrikats immer weiter eingebrochen ist. Für die Zukunft hat Lohscheller nun beim Absatz eine Zielmarke ausgegeben.

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Perspektivisch will Opel-Chef Michael Lohscheller mit seiner Marke wieder einen Absatz von einer Million Einheiten erreichen.
Perspektivisch will Opel-Chef Michael Lohscheller mit seiner Marke wieder einen Absatz von einer Million Einheiten erreichen.
(Bild: Opel)

Für den Autobauer Opel ist die Einhaltung der EU-Umweltvorgaben das wichtigste Unternehmensziel. Es sei „unerlässlich“, die CO2-Vorgaben einzuhalten, sagte Opel-Chef Michael Lohscheller in einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem „Handelsblatt“. Das sei auch wichtiger als der Absatz.

Opel gehört seit Sommer 2017 zum französischen PSA-Konzern. Die Marke mit dem Blitz wurde von der Corona-Krise härter getroffen als der Markt und kämpft mit einem schrumpfenden Marktanteil. Der Absatz brach um mehr als die Hälfte ein, auch weil Modelle mit mieser CO2-Bilanz aus dem Programm gestrichen wurden. Mit PSA-Technik kommen zunehmend Elektro-Modelle der Marke Opel auf den Markt.

Rückkehr zur Million als Ziel

Lohscheller begründete den Rückgang der Verkaufszahlen auch mit dem Verzicht auf unprofitable Verkäufe. „Wir verkaufen zwar aktuell weniger Autos, aber unsere Kunden geben mehr für ihren Opel aus. Der Umsatz pro Fahrzeug steigt.“ Daher sei Opel selbst in extrem schwierigen Situationen immer profitabel. „Wir können mit weniger Menge mehr Ergebnis erzielen, wie die Resultate auch zum Halbjahr gezeigt haben.“

Perspektivisch plant die Marke aber wieder mit Wachstum, kündigte Lohscheller an. „Wir wollen wachsen, und wir werden wachsen – aber niemals zulasten von CO2 und Profitabilität“, so der Manager. „2019 – vor der Coronakrise – hatten wir ein Absatzvolumen von gut einer Million Fahrzeugen. Auf dieses Niveau wollen wir wieder zurückkommen.“

Dem Handel macht der Hersteller in dem Zusammenhang offenbar bereits wieder Druck. Opel hat für das vierte Quartal eine erhöhte Lieferbereitschaft angekündigt und dies – zusammen mit einem hohen Auftragsbestand – zum Anlass genommen, die Verkaufsziele seiner deutschen Vertriebspartner pauschal anzuheben. Daraufhin folgten zahlreiche Händler der Empfehlung ihres Verbandes, dieser Maßnahme zu widersprechen, wie »kfz-betrieb« exklusiv berichtet hatte.

Bis Ende kommenden Jahres 2.100 Mitarbeiter weniger

Weiterhin bekräftigte der Opel-Chef den Plan eines weiteren Personalabbaus in den bereits stark geschrumpften Werken. Bis Ende kommenden Jahres sollen weitere 2.100 Beschäftigte mit freiwilligen Programmen gehen, deren Kosten jeweils nicht in den operativen Gewinn eingerechnet werden.

Betriebsbedingte Kündigungen der eigentlich bis Mitte 2025 davor geschützten Mitarbeiter wollte Lohscheller erneut nicht ausschließen. Eigentlich wolle man den Abbau mit den Freiwilligenprogrammen gestalten, sagte er. „Aber wenn wir sehen sollten, dass wir keine ausreichenden Fortschritte machen, dann müssen wir noch einmal diskutieren und die Lage neu bewerten.“

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