Optionen der Werkstätten in der Unfallreparatur

Unfallinstandsetzung – aus rechtlicher und technischer Sicht

| Autor: Konrad Wenz

Lackierfreie Ausbeultechniken zur Behebung von Hagelschäden, Kunststoffreparaturen zur Beseitigung von Rissen oder Kratzern an äußeren Kunststoffteilen, Spot-Lackierungen, aber auch Reparaturen an Windschutzscheiben sind verbreitete und technisch anerkannte Methoden zur Instandsetzung von Kraftfahrzeugen. Gegenüber herkömmlichen Reparaturverfahren wie etwa dem Austausch beschädigter Teile und der Neulackierung bieten diese Smart-Repair-Methoden meist den Vorteil geringerer Kosten, was gerade im Haftpflichtfall zu rechtlichen Problemen führen kann: Kann der Geschädigte eines Verkehrsunfalls beispielsweise vom Schädiger oder dessen Haftpflichtversicherer die Kosten einer herkömmlichen Fahrzeugreparatur verlangen, oder kann er auf die Kosten der im Zweifel günstigeren alternativen Reparatur verwiesen werden?

Karosserie- und Schadenstage 2015: Redner und Impressionen

Die Antwort kann nicht allein juristisch fallen, maßgeblich ist zudem, ob die alternative Reparaturmethode der herkömmlichen Methode im Einzelfall technisch gleichwertig ist. Um das einwandfrei zu beantworten, muss in der Regel ein Kfz-Sachverständiger hinzugezogen werden. Daran knüpft sich wiederum die Frage, welche Hinweis- oder Dokumentationspflichten einen Kfz-Sachverständigen hinsichtlich alternativer Reparaturmethoden bei der Schadensbegutachtung treffen. Muss ein Sachverständiger seinem Schadensgutachten die Kosten der günstigsten Reparaturmethode zugrunde legen, oder darf er die Kosten der herkömmlichen Methode kalkulieren?

Sigurd Wern, Richter am Landgericht Saarbrücken, setzte sich während der Würzburger Karosserie- und Schadenstage mit diesen Fragen auseinander. Demnach hat der Geschädigte kein Anrecht auf die konventionelle Reparatur. Vielmehr müsse der Sachverständige in seinem Gutachten wenn möglich eine der alternativen Reparaturmethoden berücksichtigen.

Kernkompetenz Unfallschaden-Kalkulation

Worauf es in der Unfallschadenkalkulation ankommt, erklärte Unternehmensberater Stefan Höslinger von Hepp – Gesellschaft für Unternehmensimpulse. Die Kalkulation sei die Geschäftsgrundlage eines K&L-Betriebs. Werde nicht richtig gerechnet, würden Verluste produziert. Und das kommt seiner Ansicht nach noch viel zu oft vor. Eine falsche Kalkulationen oder schlechte Fotos verhindern immer wieder die störungsfreie Abwicklung eines Unfallschadens. In der Folge wartet die reparierende Werkstatt unnötig lang auf die Bezahlung. Höslinger verdeutlichte daher, welche Fehler in der Unfallschaden-Kalkulation am häufigsten auftreten.

Neben den Wortbeiträgen informierten mehr als 50 Aussteller über Aspekte, Werkzeuge und Angebote rund um die Unfallschaden-Instandsetzung. Sie gaben ebenfalls mit Vorführungen Einblicke in Reparaturtechniken, beispielsweise für die Aluminium-Außenhaut-Reparatur, das Ziehen von Stanznieten ziehen und in der Glasreparatur.

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