Optische Fahrzeugzustandsermittlung: Der virtuelle Zwilling

Das sächsische Start-up Twinner hat eine zeit- und kosteneffiziente Methode zur Digitalisierung des Fahrzeug-Istzustands entwickelt. Das Konzept dahinter ist weit mehr als nur ein Bilderstellungstool für den Gebrauchtwagenverkauf.

| Autor: Ottmar Holz

Nach Abschluss der optischen Datenerfassung steht das Auto um 180 Grad gedreht mit Front zum Einfahrtor, der Operator muss nicht rückwärts herausfahren.
Nach Abschluss der optischen Datenerfassung steht das Auto um 180 Grad gedreht mit Front zum Einfahrtor, der Operator muss nicht rückwärts herausfahren. (Bild: Holz/»kfz-betrieb«)

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommen will, muss der Prophet zum Berge gehen. Dieses ursprünglich arabische Sprichwort beschreibt treffend den umständlichen Ablauf bei einem Autokauf oder einer Gutachtenerstellung. Kaufinteressent oder Gutachter müssen sich zum Standort des Autos bemühen. Erst persönlich vor Ort können sie es mit der notwendigen Genauigkeit in Augenschein nehmen. Vom Fahrzeugeigner angefertigte Digitalfotos erlauben zwar schon seit Langem einen ersten prüfenden Blick per Internet. Doch die Authentizität und Aussagekraft der Bilder ist im Zeitalter von Photoshop und Co. nicht gewährleistet.

Das Leipziger Unternehmen Twinner hat mit dem gleichnamigen Digitalisierungskonzept ein Werkzeug erschaffen, das den bisher gewohnten Remarketingprozess eines Autohauses auf eine neue Stufe heben kann. „Twinner“ ist auf Geräteebene eine weitgehend automatisierte Scananlage. Sie erzeugt unter reproduzierbaren Umgebungsbedingungen den „Digital Twinn“, einen digitalen Datensatz des jeweiligen Fahrzeugs.

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