Klassik Ottochrom: neue Einnahmequelle für Oldiebesitzer

Autor: Steffen Dominsky

Eine neue Online-Plattform bietet private Young- und Oldtimer zur Miete an. Mitmachen kann jeder Besitzer eines Klassikers. Zu Preisen zwischen 150 und 500 Euro pro Tag können sich Interessenten den temporären Traum vom eigenen Oldie erfüllen.

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Harald Piendl (li.) und Dirk Salomon haben die Oldtimer-Vermietplattform „Ottochrom“ ins Leben gerufen.
Harald Piendl (li.) und Dirk Salomon haben die Oldtimer-Vermietplattform „Ottochrom“ ins Leben gerufen.
(Bild: Ottochrom)

Was sich in anderen Bereichen, z. B. bei (Ferien-) Wohnungen und Zimmern („Airbnb“), bereits seit Längerem etabliert hat, gibt es seit vergangenem Jahr auch für klassische Fahrzeuge: das eigene Gut, sprich Fahrzeug, mit anderen teilen – auf Neudeutsch „sharing“. Ottochrom heißt die Online-Plattform, über die Young- und Oldtimer vermietet werden können. Das Angebot soll deutschlandweit Fahrzeuge der Baujahre 1950 bis 2000 in gutem technischen Zustand umfassen – mehr als 330 sind es bereits. Für den Fahrzeughalter ist der Service, das eigene Fahrzeug anzubieten, kostenlos.

Die Sharingpreise bewegen sich zwischen 150 Euro für einen 3er-BMW aus den Neunzigerjahren und 500 Euro für einen seltenen englischen Jensen SP pro Tag. Der Fahrzeughalter erhält davon 70 Prozent, 15 Prozent beträgt der Anteil für Ottochrom und weitere circa 15 Prozent erhält die Allianz als Versicherungsprämie. Sie macht mit einer speziellen Sharingversicherung die Vermietung von privat an privat erst möglich. Denn nur mit einer Vollkaskoversicherung inklusive Pannenschutz, die genau die Sharingperiode versichert, ist das Teilen auf Zeit auch möglich. Die eigene Grundversicherung des Fahrzeuges bleibt unberührt.

Autobahnen sind tabu

Neben dem umfassenden Versicherungsschutz der Allianz hat Ottochrom noch weitere Maßnahmen getroffen, damit die klassischen Fahrzeuge während der Verleihphase möglichst gut geschützt werden: So werden nur Fahrer akzeptiert, gegen die in den letzten drei Jahren kein Fahrverbot von drei Monaten oder länger verhängt wurde. Fahrinteressenten, die bei Versicherungen wegen häufiger Kaskoschäden bereits auffällig wurden, werden nicht zugelassen. Auch Autobahnfahrten sind untersagt.

„Ottochrom ist besonders für zwei Arten von Young- und Oldtimerbesitzern interessant: Zum einen für diejenigen, deren Autohobby-Budget arg strapaziert ist, und die es dankbar annehmen, dass ihr Auto nicht nur kostet, sondern auch etwas verdienen kann. So kann das erwirtschaftete Geld dazu beitragen, den ein oder anderen Restaurationsstau aufzulösen. Zum anderen für die, die dankbar für ein paar Bewegungsfahrten sind, weil ihnen selbst die Zeit fehlt, ihren Besitz regelmäßig auszufahren“, erklärt Harald Piendl im Gespräch. Neben Dirk Salomon, der bereits viele Jahre Erfahrung in der Vermietung eigener Oldtimer hat, ist Piendl Mitgründer von Ottochrom und unterstützt das junge Unternehmen mit seinem Marketingwissen. Weitere Informationen unter ottochrom.de

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group