Kfz-Branche Over-the-air-Updates sorgen bei einer Mehrheit für Unbehagen

Autor: Christoph Seyerlein

Macht die Fahrzeug-Software Probleme, versuchen inzwischen immer mehr Hersteller, betroffenen Kunden den Gang zur Werkstatt zu ersparen. Eine Umfrage von »kfz-betrieb« mit knapp 2.000 Teilnehmern deutet nun darauf hin, dass viele in der Kfz-Branche das durchaus mit Sorge beobachten.

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Immer mehr Hersteller versuchen, Software-Probleme über Over-the-air-Updates zu beheben.
Immer mehr Hersteller versuchen, Software-Probleme über Over-the-air-Updates zu beheben.
(Bild: Bosch)

Rückruf ohne Werkstattbesuch: Haben Fahrzeuge Software-Probleme, wird das immer häufiger zur Realität. Erst kürzlich hatte Daimler angekündigt, 1,3 Millionen Fahrzeuge nach Möglichkeit per Over-the-air-Update (OTA) nachbessern zu wollen. Vorreiter jenes Vorgehens ist Tesla: Die Kalifornier hatten damit bereits im Jahr 2012 begonnen.

Dem Kunden bleibt so der Weg in die Werkstatt erspart, der Hersteller wiederum spart Geld. Doch was ist mit den Kfz-Betrieben? Viele beäugen die Praxis kritisch. Darauf deutet auch eine aktuelle, nicht repräsentative Umfrage von »kfz-betrieb« via Instagram hin. 61 Prozent der insgesamt 1.915 Umfrageteilnehmer binnen 24 Stunden gaben an, dass sie befürchten, den Werkstätten könnten durch die Over-the-air-Updates wichtige Kundenkontakte verloren gehen.

Zwar seien Rückruf-Kandidaten nicht die gefragteste Kundschaft in den Betrieben, merkten einige User in Direktnachrichten an die Redaktion an. Schließlich seien diese nur selten für Zusatzgeschäfte zu gewinnen. Allerdings werden Kundenkontakte in Zeiten, da die Besuche in den Autohäusern abnehmen, immer wichtiger.

Das OTA-Thema dürfte definitiv weiter an Fahrt aufnehmen. Beispielsweise hat Volkswagen angekündigt, dass man mit der Einführung des VW ID 4 künftig auch stärker darauf setzen wolle.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«