Daimler Trucks Per Transformation aus dem Corona-Loch

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Die Corona-Pandemie hat dem Lkw-Bauer die Bilanz 2020 verhagelt. Das laufende Geschäftsjahr sieht Vorstandschef Martin Daum deutlich gelassener. Zu besseren Ergebnissen soll auch die Gestaltung der Transformation der Branche beitragen.

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Daimler-Trucks-Chef Martin Daum erwartet für 2020 deutlich verbesserte Geschäftszahlen gegenüber dem Jahr 2020.
Daimler-Trucks-Chef Martin Daum erwartet für 2020 deutlich verbesserte Geschäftszahlen gegenüber dem Jahr 2020.
(Bild: Daimler)

Nach enormen Einbußen im Corona-Jahr 2020 geht die Lkw-Sparte des Daimler-Konzerns für das laufende Jahr wieder von spürbar besseren Geschäften aus. Man erwarte deutliche Steigerungen sowohl des Absatzes als auch des Umsatzes, kündigte der Vorstandschef der Daimler Truck AG, Martin Daum, am Donnerstag an. In der Folge werde auch die Umsatzrendite deutlich zulegen.

„Im zweiten Halbjahr 2020 hat unser Geschäft wieder deutlich angezogen, und diesen Schwung werden wir im laufenden Jahr beibehalten“, sagte Daum. Zudem will er mit Daimler Trucks „die Transformation unserer Industrie von der Spitze weg gestalten“. Hinsichtlich des emissionsfreien Transports werde der Lkw-Bauer den Verteiler-Lkw Mercedes-Benz E-Actros in Serie bringen. Zudem werde die nächste Generation hochautomatisierter Prototypen auf Erprobungsfahrt geschickt.

Das Standardgeschäft von heute, das aktuell 90 Prozent des Umsatzes und 100 Prozent des Gewinns ausmache, werde in zehn Jahren nicht mehr der Umsatzträger sein, prophezeite Daum. Entsprechend wichtig sei die Fokussierung auf mit Wasserstoff oder batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge, aber auch die Weiterentwicklung des autonomen Fahrens. „Wir wollen das aus eigener Kraft bezahlen und trotzdem eine attraktive Firma bleiben“, sagte Daum. Deshalb müsse man weiter an der Effizienz arbeiten und Kosten senken – insbesondere in Europa.

Für die weitere Entwicklung von Brennstoffzellen-Antrieben hat sich Daimler mit Volvo zusammengetan, beim autonomen Fahren mit der Google-Schwesterfirma Waymo. Parallel dazu läuft ein Projekt mit der US-Robotikfirma Torc.

Daimler Truck hatte im vergangenen Jahr mit 378.500 Fahrzeugen ein gutes Viertel weniger verkauft als im Vorjahr. Der Umsatz ging um 22 Prozent auf 34,7 Milliarden Euro zurück, das bereinigte operative Ergebnis gar um 75 Prozent auf 678 Millionen Euro. Ohne die Bereinigung, bei der bestimmte Sondereffekte herausgerechnet werden, waren es 525 Millionen Euro – ein Rückgang um 80 Prozent.

Daimler will die Truck AG bis Ende des Jahres an die Börse bringen und vom Rest des Unternehmens unabhängig machen. Die Abspaltung soll die Lastwagen-Sparte schneller und wendiger machen. Daimler Truck hat weltweit aktuell rund 100 000 Mitarbeiter. Die Zahl werde aber mit der Abkehr vom Verbrenner unweigerlich sinken, so Daum.

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