Peugeot-Händler fordern Taten statt Worte

Redakteur: Christoph Baeuchle

Genug geredet, die Peugeot-Händler fordern versprochene Verbesserungen ein. Auf der Jahreshauptversammlung haben sie dem Autobauer klar gemacht, dass jetzt dringend Taten folgen müssen. Vor allem bei den Vertragsverhandlungen.

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Der Peugeot-Händlerverband hat den französischen Autobauer aufgefordert, seinen Ankündigungen endlich Taten folgen zu lassen. „Der Peugeot-Dampfer dümpelt auf der gleichen Stelle, zwischenzeitliches Vorankommen wurde wieder zunichte gemacht“, fasste Gerhard Stach, Präsident des Verbands der Peugeot Partner Deutschlands (VPPD), die Situation zusammen. „Wir hören seit langer Zeit von Verbesserungen, eingetreten sind aber Verschlechterungen“, sagte er auf der Jahreshauptversammlung am 1. November in Schweinfurt.

Verbesserungsbedarf sahen die Teilnehmer in verschiedenen Bereichen. Auf heftige Kritik stoßen in Händlerkreisen vor allem die Situation bei der Informationstechnologie, die zu wesentlich mehr Aufwand bei den Händlern führt, sowie die Garantie und deren Abwicklung. „Wir reden seit Jahren vom Bürokratieabbau. Fortschritte kann ich keine erkennen“, verdeutlichte Stach.

Entsprechend skeptisch nahmen die Händler die Ankündigungen von Peugeot-Deutschland-Chef Thomas Bauch auf: Er will die Händlerzufriedenheit stärker in den Mittelpunkt stellen und sich im nächsten Jahr an der Entwicklung messen lassen.

Vertragsverhandlungen stocken

Daran wird Peugeot kräftig arbeiten müssen, denn auch über die Situation der Händlerverträge herrscht großer Unmut. Ab Juni 2011 will Peugeot Deutschland mit seinen Händlern auf einer neuen Vertragsgrundlage zusammenarbeiten. Dafür hatte der Autobauer zunächst die ausgelaufenen Verträge um ein Jahr verlängert.

Doch die vorliegenden Entwürfe enthalten für die Händler inakzeptable Punkte. Darüber hinaus sind die international geführten Verhandlungen ins Stocken geraten. „Es ist größte Skepsis angebracht, ob mit Paris noch nennenswerte Ergebnisse erzielt werden können“, betont VPPD-Geschäftsführer Herbert Kirst. Paris scheine es mit der Vertragsunterzeichnung nicht mehr eilig zu haben.

Bauch stellte nochmals klar, Peugeot strebe keine Markenexklusivität an. „Es gibt keine Rückkehr zur Exklusivität“, stellte Bauch klar. Allerdings fordert Peugeot im Autohaus einen Bereich ausschließlich für die Marke, der entsprechend gekennzeichnet sein soll. Eine Abtrennung mit Plexiglas scheint zu reichen.

Gesamtmarkt 2011 bei rund 3,1 Millionen

Trotz aller Kritik blickt VPPD-Präsident Stach, den die Verbandsmitglieder wie seine beiden Stellvertreter Detlef Algie (1. Stellvertreter und Schriftführer) und Wolfgang Krohnen 2. (Stellvertreter und Schatzmeister) im Amt bestätigten, optimistisch in das nächste Jahr. Ähnlich äußert sich Bauch: „Für 2011 haben wir das Ziel von 118.000 Zulassungen.“ In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres haben die Franzosen 65.067 Einheiten zugelassen und einen Marktanteil von 3,0 Prozent erreicht (zu den KBA-Zahlen).

Der Hersteller gehe davon aus, dass der Gesamtmarkt von 2,9 Millionen Einheiten im laufenden Jahr auf rund 3,1 Millionen Neuzulassungen im nächsten Jahr steige. Für das laufende Jahr rechnet Bauch mit einer durchschnittlichen Händlerrendite von rund 1,5 Prozent.

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