Peugeot will raus aus dem historischen Tief

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

Nach zwei Jahren mit starken Absatzrückgängen bleibt die Grundstimmung gut, versichern Importeur und Händler. Beide Seiten wollen die Marke voranbringen und 2014 ein kräftiges Absatzplus erzielen.

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(Foto: Peugeot)

Peugeot Deutschland will im nächsten Jahr wieder kräftig wachsen. Der Pkw-Absatz soll um rund 16 Prozent auf 66.000 Einheiten steigen, die Nutzfahrzeug-Verkäufe sollen um gut 11 Prozent auf 10.000 Stück zulegen. „Wir wollen im nächsten Jahr unseren Marktanteil auf 2,35 Prozent steigern“, sagte Marcel de Rycker, Geschäftsführer Peugeot Deutschland, während eines Pressegesprächs in Köln.

Dabei hofft der Spezialist für kleinere Fahrzeuge auf seine alte Stärke: Vor allem für den 308 Kombi und den 108, die im Mai beziehungsweise Juli neu auf den Markt kommen, sieht der Importeur Chancen. So sollen vom Kleinsten aus der Peugeot-Familie in den ersten sechs Monaten noch 4.000 Einheiten verkauft werden. Auch vom 2008 erhofft sich Peugeot ein Absatzplus und plant mit 11.000 Einheiten.

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Anders sieht es bei den größeren Modellen aus, hier soll das Volumen gehalten werden. Dies gilt für den 3008 und für den 5008, die beide Anfang 2014 ein Facelift erhalten. Ähnliche Ziele haben sich die Franzosen auch für den 508 gesetzt, der Ende nächsten Jahres überarbeitet wird.

Verfehlte Wachstumsziele

Doch ähnlich hohe Wachstumsziele hatte der Importeur bereits im laufenden Jahr. Ursprünglich wollte Peugeot 2013 rund 80.000 Pkw verkaufen. Am Jahresende werden es wohl etwa 57.000 Stück sein, ein Minus von knapp 25 Prozent im Jahresvergleich. Laut Kraftfahrtbundesamt büßten nur Alfa Romeo und Lancia sowie Lexus bei den Neuzulassungen noch mehr ein.

Gute Stimmung trotz schwieriger Situation: (v.li.) Klaus Heisterkamp (Sprecher Peugeot Partnerverband), Marcel de Rycker (Geschäftsführer Peugeot Deutschland), Albert Schwinn (Präsident Peugeot Partnerverband) und Bernd Bach (Vertriebsdirektor Peugeot Deutschland).
Gute Stimmung trotz schwieriger Situation: (v.li.) Klaus Heisterkamp (Sprecher Peugeot Partnerverband), Marcel de Rycker (Geschäftsführer Peugeot Deutschland), Albert Schwinn (Präsident Peugeot Partnerverband) und Bernd Bach (Vertriebsdirektor Peugeot Deutschland).
(Foto: Baeuchle)
Ein schwerer Rückschlag für die Löwenmarke. Er könne für die Entwicklung mindestens zehn Gründe nennen, erläutert de Rycker. So hätten die Händler die Vorführwagenbestände bereinigt und der Importeur weniger Mietwagen verkauft. Zudem führte der Geschäftsführer die Preispositionierung von 208 und 308 an.

Weitere Aspekte kommen hinzu: Bei gut nachgefragten Modellen wie dem 2008 kam Peugeot mit der Produktion nicht hinterher. Je nach Fahrzeug warteten die Kunden bis zu fünf Monate auf den kleinen SUV. Dennoch: „Zum ersten Mal seit dem 206 CC hatten wir wieder ein Auto, bei dem die Kunden vier bis sechs Wochen nach der Vorstellung bereits Verträge abschlossen“, sagte der erst seit kurzem amtierende Präsident des Peugeot-Händlerverbands Albert Schwinn.

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Doch Peugeot war nicht nur vom Erfolg des Kleinwagens überrascht, sondern hatte zuvor auch die Vertriebsstrategie geändert. Die Händler sollten bereits im Vorfeld bestellen. „Wir wollen, dass die Händlerbestellungen stärker in die Produktion einfließen“, hatte Vertriebsdirektor Bernd Bach das Konzept vorgegeben. Das waren die Händler nicht gewohnt, entsprechend zögerlich gingen sie vor. „Wir haben bei den Vorbestellungen zu tief gepokert“, bedauert Klaus Heisterkamp, Sprecher vom Peugeot-Partnerverband.

Allerdings konnte der Rückschlag im laufenden Jahr der aus Sicht beider Seiten guten Zusammenarbeit nichts anhaben. „Die Grundstimmung ist positiv“, betont Schwinn. Mit zahlreichen Roundtables und Ausschüssen wollen Importeur und Händler die Marke gemeinsam voranbringen.

Sinnhaftigkeit der neuen Innen-CI

Allerdings sind sie dabei nicht immer einer Meinung. Bestes Beispiel: die künftige Inneneinrichtung der Autohäuser. Während Peugeot eine neue Innen-CI einführen will, die in ihrer Grundausstattung rund 18.000 Euro kostet. Sehen die Händler dies in der aktuell schwierigen Situation als überflüssig an. Auch wenn der Importeur die Hälfte der Grundkosten übernimmt, wenn sich Händler bis Ende März dafür entscheidet.

Denn aus Sicht Heisterkamps kommen auf die Händler wesentlich höhere Kosten zu: Die individuelle Anpassung des Konzepts mache es teuer. Für einen mittelgroßen Betrieb, der 300 Neuwagen verkauft, rechnet Heisterkamp mit Kosten von 60.000 Euro. Grundsätzlich sei der Händlerverband für die neue Innen-CI, ergänzt Schwinn, aber sie komme einfach zur Unzeit.

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